Bereits 2027 soll eine Pilotphase für den digitalen Euro starten, zwei Jahre später könnte das digitale Zentralbankgeld dann offiziell eingeführt werden. Das Bargeld soll dadurch nicht ersetzt, sondern ergänzt werden. Doch wie steht es eigentlich um die Akzeptanz in der Bevölkerung?
Eine aktuelle Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt: 40 Prozent der Menschen im Euroraum kennen mittlerweile den digitalen Euro - 2021 waren es erst 9 Prozent. Rund 45 Prozent würden das neue Zahlungsmittel wahrscheinlich nutzen.
Besonders offen zeigen sich junge Menschen, meldet scinexx.de unter Berufung auf eine Pressemitteilung der EZB. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der 18- bis 34-Jährigen würde den digitalen Euro wahrscheinlich verwenden. Auch bei Personen mit hohem Einkommen (53 Prozent) und Hochschulabschluss (48 Prozent) ist die Bereitschaft überdurchschnittlich hoch.
Die Bereitschaft zur Nutzung hängt stark vom Verwendungszweck ab. Am höchsten ist sie bei Zahlungen im Internet und im stationären Handel. Als Anlage- oder Sparform sehen die wenigsten das digitale Zentralbankgeld.
Interessant: Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) lehnt den digitalen Euro derzeit noch ab. Die EZB-Forscher fanden aber heraus, dass ein Erklärvideo die Nutzungsbereitschaft deutlich erhöhen kann - etwa um 13 Prozent bei Offlinezahlungen im Einzelhandel.
Hintergrund des Mammutprojekts ist auch Europas starke Abhängigkeit von US-Zahlungsdienstleistern wie Visa und Mastercard. Ob der digitale Euro tatsächlich 2029 kommt, hängt davon ab, ob die EU bis dahin die gesetzlichen Grundlagen schafft. Alle Händler, die digitale Zahlungen akzeptieren, sollen dann zur Annahme verpflichtet werden.