Kosten sind enorm

"Niemand wird es wissen" – Digitaler Euro prescht voran

Das EU-Parlament gab grünes Licht für den digitalen Euro. Doch Wissenschaftler warnen vor erheblichen Datenschutzmängeln.
Digital  Heute
09.07.2026, 19:11
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Mit 416 gegen 169 Stimmen hat das Europäische Parlament am Donnerstag in Straßburg den Weg für den digitalen Euro freigemacht. Ab der kommenden Woche soll der Trilog – also die Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission – starten, wie Parlamentsberichterstatter Fernando Navarrete Rojas verkündete.

Geplant ist sowohl eine tokenbasierte Offline-Variante als auch eine kontobasierte Online-Variante der digitalen Währung. Bargeld soll dabei nicht ersetzt, sondern lediglich ergänzt werden. "Niemand wird wissen, wofür wir unser Geld ausgeben", versprach Rojas im Plenum.

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Doch Wissenschaftler sind skeptisch, wie "heise online" berichtet. Forscher der TU Dresden warnen, dass die Trennung von Identifikations- und Transaktionsdaten nicht ausreiche, um echte Vertraulichkeit zu garantieren. "Zu leicht lassen sich die Pseudonyme über Transaktionshistorien auflösen", erklärt Mikolai Gütschow vom Lehrstuhl für Distributed Networked Systems.

Schwerwiegende Sicherheitslücken befürchtet

Auch bei der Offline-Variante sehen die Forscher massive Probleme. "Das Problem des Double Spending ist unlösbar", warnt Gütschow. Wird das Secure-Element des Handys einmal geknackt, ließen sich Digital-Euros beliebig kopieren.

Die Kosten explodieren bereits jetzt: Die ursprünglich veranschlagten 1,3 Milliarden Euro wurden laut einer Studie schon für externe Dienstleister ausgegeben.

Allein für das Offline-Token-System sind bis zu 661 Millionen Euro eingeplant, heißt es weiter im Bericht.

Die Europäische Zentralbank hat sich zum Ziel gesetzt, den digitalen Euro erstmals 2029 auszugeben. Die EU-Regelung soll bis Jahresende finalisiert werden.

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