Wer beim Einkauf zu Eigenmarken greift, spart Geld – das wissen die meisten. Doch die billigen Produkte von Discountern und Supermärkten befinden sich gerade im Umbruch. Aus reinen Preiskampfprodukten werden zunehmend Premium-Alternativen.
Die Strategie dahinter ist ausgeklügelt: Während Discounter wie Aldi ursprünglich ausschließlich auf Eigenmarken setzten, um preislich unschlagbar zu sein, haben Supermärkte längst nachgezogen.
"Das war zunächst ein Instrument der Discounter, um sehr preisaggressiv vorgehen zu können", erklärt Dr. Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung (IFH) Köln gegenüber inside-digital.de. "Das ist jetzt von allen Seiten aufgeweicht worden."
Mittlerweile bieten Supermärkte bei ihren Eigenmarken oft dieselbe Qualität wie Markenprodukte – nur günstiger. Produkte wie "Gut und Günstig" oder "Beste Wahl" sind qualitativ längst auf Augenhöhe mit Coca-Cola oder Nutella.
Doch der Trend geht noch weiter: Viele Supermärkte entwickeln inzwischen Premium-Eigenmarken, die sogar teurer sein können als etablierte Markenprodukte.
Eine wichtige Rolle spielen auch Non-Food-Angebote. Wenn eine neue Heißluftfritteuse bei Aldi im Angebot ist, stehen Kunden frühmorgens Schlange. Diese künstliche Verknappung sorgt dafür, dass Kunden kommen – und dann noch andere Dinge kaufen.
Hudetz sieht einen klaren Trend: "Eine klare Bereinigung der Eigenmarken zur Profilierung." Das bedeutet: Weniger Produkte, aber dafür stärkere Marken. Auf beliebte Eigenmarkenprodukte sollte man sich also nicht zu sehr verlassen – sie könnten bald aus dem Sortiment verschwinden.