Wer in Österreich einkauft, zahlt für viele Markenprodukte deutlich mehr als in Deutschland. Das zeigt ein aktueller Preisvergleich der Arbeiterkammer (AK), bei dem identische Lebensmittel in Online-Supermärkten beider Länder untersucht wurden.
Laut dem AK-Preismonitor kosten die verglichenen Marken-Lebensmittel in Österreich durchschnittlich rund 26 Prozent mehr als in Deutschland. Einzelne Produkte seien sogar beinahe doppelt so teuer gewesen.
Für die Erhebung wurden Anfang Mai insgesamt 69 identische Marken-Lebensmittel in den österreichischen Online-Shops von Billa und Interspar sowie bei den deutschen Anbietern Rewe und Globus verglichen.
Das Ergebnis fiel deutlich aus: 56 der 69 untersuchten Produkte, also 81 Prozent, waren in Österreich teurer als in Deutschland. Sieben Produkte kosteten hierzulande weniger, sechs waren gleich teuer.
Auch ohne Berücksichtigung der Umsatzsteuer blieb ein deutlicher Unterschied bestehen. Netto lagen die Preise in Österreich laut AK im Durchschnitt noch immer rund 22 Prozent über jenen in Deutschland.
"Die AK Preisvergleiche zeigen regelmäßig einen Österreich-Aufschlag. Diese Praxis gehört abgestellt – dafür setzt sich die AK schon seit langem vehement ein – auch auf EU-Ebene", so die AK Konsumentenschützer.
Weiter heißt es: "Darum begrüßen wir ausdrücklich, dass es sowohl im österreichischen Regierungsprogramm als auch in der EU-Binnenmarktstrategie endlich ein Bekenntnis dazu gibt, diesen Aufschlag abzuschaffen und die Konsument:innen in Österreich nicht länger zu benachteiligen."
Die AK führte die Untersuchung am 4. und 5. Mai 2026 durch. Berücksichtigt wurden die Preise inklusive Mehrwertsteuer – in Österreich mit zehn beziehungsweise 20 Prozent, in Deutschland mit sieben beziehungsweise 19 Prozent.
In den Vergleich flossen auch Aktionen ein. Nicht berücksichtigt wurden allerdings Vorteilspreise mit Kundenkarten oder Mengenrabatte.