Wer in den nächsten Wochen bei Spar einkauft, könnte zwischen Milch, Müsli und Mineralwasser einen eher ungewöhnlichen Marktbesucher entdecken. Er heißt Tally, fährt selbstständig durch die Gänge und hat einen ziemlich nüchternen Auftrag: Regale kontrollieren, Lücken erkennen, Bestände erfassen.
Nach einem erfolgreichen Probebetrieb baut Spar den Test nun deutlich aus. Der Inventurroboter wird künftig in insgesamt sechs Eurospar- und Interspar-Standorten eingesetzt. Für den Lebensmittelhändler ist das ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung – allerdings nicht als Showeffekt, sondern ganz praktisch im Marktalltag.
Der Roboter scannt mehrmals täglich die Regale. Er erkennt, ob Produkte fehlen, wo Waren knapp werden und welche Bereiche nachgefüllt werden müssen. Diese Infos landen automatisch auf den mobilen Geräten der Mitarbeiter. Statt also mühsam Kontrollgänge zu machen oder nach Lücken im Regal zu suchen, kann das Team schneller reagieren.
Getestet wurde Tally bisher fünf Monate lang im Eurospar in der Wiener Sagedergasse sowie im Interspar in Eisenstadt. Laut Spar habe sich dabei gezeigt, dass der Roboter den Marktalltag tatsächlich erleichtern kann. Österreichweit ist Spar nach eigenen Angaben der erste Lebensmittelhändler, der so einen Inventurroboter im regulären Betrieb einsetzt.
Angst vor einem rempelnden Blechkollegen muss man nicht haben. Tally bewegt sich leise durch die Gänge, erkennt Menschen mit Sensoren und weicht automatisch aus. Laut Spar werde der Roboter als freundlich wahrgenommen.
Auch beim Thema Datenschutz gibt der Handelsriese Entwarnung. Bilddaten von Personen, die zufällig erfasst werden, sollen sofort gelöscht und nicht weiterverarbeitet werden.