Airline-Beben

Privater Investor baut Macht bei Lufthansa massiv aus

Der Milliardär Klaus-Michael Kühne (88) hält nun 20 Prozent der Lufthansa – sein Einfluss auf den Airline-Konzern wächst damit deutlich.
Team Wirtschaft
11.05.2026, 16:14
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Klaus-Michael Kühne greift bei der Lufthansa weiter zu. Der Logistikmilliardär hat seinen Anteil am größten europäischen Airline-Konzern deutlich ausgebaut. Über die Kühne Aviation GmbH werden ihm nun 239.856.700 Stimmrechte zugerechnet – das entspricht fast genau 20 Prozent. Bisher lag der gemeldete Anteil bei 15,01 Prozent.

Damit ist Kühne bei Lufthansa noch klarer der wichtigste Einzelaktionär. In der aktuellen Aktionärsstruktur der Lufthansa liegen neben Kühne nur die Capital Group mit 3,08 Prozent und Causeway Capital mit 3,02 Prozent über der Drei-Prozent-Meldeschwelle.

Milliardär baut seine Macht massiv aus

Rechnerisch hat Kühne seit der letzten Meldung um rund 60 Millionen Stimmrechte aufgestockt. Wie viel Geld er für die zusätzlichen Aktien bezahlt hat, ist nicht bekannt. Schon davor war seine Holding größter Einzelaktionär der Lufthansa. Laut Handelsblatt ist Kühne seit 2022 investiert, im Aufsichtsrat ist sein Umfeld über Karl Gernandt vertreten.

Kühne nicht nur stiller Teilhaber

Brisant ist der Schritt, weil Kühne in der Vergangenheit nicht nur stiller Geldgeber war. Der Unternehmer kritisierte immer wieder die Strategie des Konzerns. Besonders störte ihn die breite Markenwelt der Lufthansa-Gruppe. Aus seiner Sicht sei der Konzern zu kompliziert aufgestellt, die Kernmarke Lufthansa habe gelitten. Auch Qualität und Produktversprechen waren wiederholt Thema.

Deutlich mehr Umsatz, aber weiterhin im Minus

Für das Lufthansa-Management kommt Kühnes Ausbau in einer heiklen Phase. Der Konzern kämpft mit hohen Kosten, geopolitischen Risiken und Druck auf die Profitabilität. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz zwar um acht Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis blieb aber mit minus 612 Millionen Euro negativ. Immerhin fiel der Verlust damit erheblich geringer aus als im Vorjahr.

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