Die AUA dreht weiter an der Preisschraube. Im Ö1-"Mittagsjournal" verteidigte AUA-Chefin Annette Mann den neuen Tarif, bei dem Passagiere nur noch ein kleines Rucksäckchen gratis mitnehmen dürfen. Eine versteckte Preiserhöhung sei das aber nicht. Der Schritt sei bereits vor dem Iran-Krieg überlegt worden.
Der Hintergrund: Immer mehr Kunden buchen ihre Flüge online über Vergleichsseiten, auf denen vor allem der billigste Preis zählt. "Um wettbewerbsfähig zu sein, brauchen wir diese Tarife", erklärte Mann. Es handle sich dabei jedenfalls um den günstigsten Tarif der Airline.
Gleichzeitig müssen sich Reisende aber auf generell höhere Flugpreise einstellen. Grund dafür seien die steigenden Kerosinkosten und die angespannte Lage im Nahen Osten. Laut Mann entstehen der Lufthansa-Gruppe dadurch zusätzliche Kosten von rund 1,7 Milliarden Euro.
Wie stark sich das auf einzelne Tickets auswirkt, könne derzeit noch niemand genau sagen. Ein 200-Euro-Flug könnte etwa um 30 Euro teurer werden, auf anderen Strecken vielleicht nur um fünf Euro. Pauschale Aussagen über die Preisentwicklung machte Mann nicht.
Auch beim Service an Bord bleibt die AUA auf Sparkurs. Ein kostenloses Essensangebot werde nicht zurückkommen. Man wolle aber am Sortiment arbeiten und Verbesserungen prüfen.
Wegen der angespannten Sicherheitslage werden mehrere Flughäfen im Nahen Osten über den Sommer weiterhin nicht angeflogen. Die AUA konzentriere sich stattdessen stärker auf Mittelmeer-Destinationen. Eine Rückkehr nach Tel Aviv wird aber geprüft. Der Flughafen sei besonders für Umsteiger wichtig.
Für den Sommer zeigt sich Mann dennoch entspannt. Die Versorgungslage in Wien sei stabil, auch wegen der Nähe zur Raffinerie in Schwechat. Sorgen um Engpässe habe man aktuell nicht.
Auch bei Inlandsflügen sieht die AUA-Chefin eine Verantwortung für den Standort Österreich. Persönlich brauche sie Flüge wie jene nach Innsbruck zwar nicht, es gehe aber um die Bedeutung für die Regionen und die Wirtschaft.