Überraschende Kehrtwende beim größten Einzelhändler der Welt: In einer Walmart-Filiale in South Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania können Kunden ihre Einkäufe künftig nicht mehr an Self-Checkout-Kassen scannen.
Die Selbstbedienungskassen werden größtenteils abgeschafft. Nur wenige SB-Linien bleiben für die Lieferfahrer des hauseigenen Lieferdienstes reserviert. Stattdessen will Walmart das Einkaufserlebnis an der Kasse verbessern und mehr persönlichen Service durch Mitarbeiter ermöglichen.
Wie chip.de unter Berufung auf die US-Zeitung "The Philadelphia Inquirer" berichtet, reagiert das Unternehmen damit auf Kundenfeedback und lokale Einkaufsgewohnheiten. Der Schritt reiht sich in einen breiteren Trend ein.
Auch andere US-Händler überdenken ihre Selbstbedienungskassen. So hat etwa die Supermarktkette Target die SB-Kassen teilweise eingeschränkt oder zurückgebaut - unter anderem wegen Sorgen um Diebstahl und Inventurverluste. Händler versprechen sich von klassischen Kassen mehr Kontrolle und weniger Fehlscans.
Walmart nutzt die Entscheidung in Philadelphia als Testfall für ein umfassendes Modernisierungsprogramm. 2026 will der Konzern in den USA über 650 größere Supercenters und kleinere Nachbarschaftsfilialen umbauen - davon allein 32 im Bundesstaat Pennsylvania.
Walmarts Rückzieher steht im Gegensatz zum europäischen Trend. In Deutschland etwa boomen die Selbstbedienungskassen laut dem EHI Retail Institute: Die Zahl der Geschäfte mit SB-Kassen ist bis 2025 innerhalb von nur zwei Jahren um 143 Prozent gestiegen.
Inzwischen gibt es solche Kassen in über 11.000 Geschäften, insgesamt sind mehr als 38.000 SB-Kassen im Einsatz. Schon jede 18. Kasse in Deutschland ist eine Selbstbedienungskasse - vor allem im Lebensmittelhandel geht die Entwicklung schnell voran.