Selbstbedienungskassen sind aus modernen Supermärkten kaum noch wegzudenken. Doch nicht alle sehen die Automaten positiv: Auf der Plattform Threads hat eine Nutzerin mit einem kritischen Posting eine hitzige Debatte ausgelöst.
Die Nutzerin "Kunterbunt_Leben" schilderte laut "Chip" ihre Beobachtung: In ihrem Supermarkt gibt es nun Selbstbedienungskassen. Von ehemals fünf besetzten Kassen seien nur noch zwei übrig. Eine einzige Person stehe bei acht SB-Kassen.
Ihr Verdacht: Die Kassen werden nicht zur Entlastung des Personals, sondern zum Stellenabbau eingesetzt.
Wie "Chip" weiter berichtet, hat sich der Anteil an Self-Checkout-Systemen in Deutschland laut dem EHI Retail Institute zwischen 2023 und 2025 mehr als verdoppelt. Die Kassen sind bereits in über 11.000 Geschäften installiert. EHI-Experte Frank Horst sieht den Hauptgrund für die schnelle Verbreitung im Personalmangel.
Stefanie Nutzenberger, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, sieht die Entwicklung kritisch. Sie wirft den Supermärkten vor, langfristig Personalkosten einsparen zu wollen. Im Kommentarbereich auf Threads stimmen viele User dieser Kritik zu. Manche fordern sogar einen Rabatt fürs Selbst-Scannen.
Dabei kommen die SB-Kassen bei den Kunden grundsätzlich gut an. Laut einer YouGov-Umfrage erklärte sich 2024 rund die Hälfte der Befragten bereit, eine Self-Checkout-Kasse zu nutzen - zumindest bei kleineren Einkäufen. Die Akzeptanz ist dabei eine Altersfrage: 17 Prozent der 18- bis 24-Jährigen nutzen immer SB-Kassen, bei den über 55-Jährigen sind es nur 6 Prozent.
Andere Kommentatoren auf Threads berichten hingegen von positiven Erfahrungen. Eine Nutzerin schreibt, dass in ihrem Markt keine Stellen abgebaut wurden. Das Personal, das zuvor an stationären Kassen saß, wird jetzt im "Scan&Go-Bereich" eingesetzt. Gleichzeitig suche der Markt händeringend Personal.
"Es gibt einfach kaum noch Leute, die diesen Job machen wollen", berichtet eine weitere Nutzerin. Tatsächlich gab es laut Handelsverband Deutschland 2024 rund 122.000 offene Stellen im Einzelhandel. Angesichts dieser Zahlen lässt sich schwer argumentieren, dass SB-Kassen allein für einen großen Stellenabbau verantwortlich wären.