Der Schwund durch Selbstbedienungskassen, also SB-Kassen, belastet zunehmend den Handel. Erst jüngst hat Billa in ausgewählten Filialen in Wien, wo auffallend viele Kunden zu bezahlen vergessen, testweise Extraschranken eingeführt. Hier kommt nun nur mehr raus, wer eine Rechnung mit aufgedrucktem QR-Code vorweisen kann.
Weil die sogenannten Portomaten allerdings in der Anschaffung deutlich über 10.000 Euro kosten, ist ein breiter Einsatz nicht geplant. Wohl auch aus diesem Grund geht jetzt ein deutscher Mitbewerber einen zwar knallharten, aber deutlich günstigeren Weg: Nur noch ausgewählte Kunden dürften die Turbo-Kassen benutzen.
Konkret dürfen laut Medienberichten in ausgesuchten Filialen des Marken-Diskonters Netto (betreibt rund 4.400 Filialen in Deutschland, gehört zur Edeka-Gruppe) nur noch "Stammkunden mit registriertem Netto plus- oder Payback-Konto" die Blitz-Kassen benutzen.
Man teste "derzeit in wenigen regional ausgewählten Filialen eine angepasste Nutzung der Self-Checkout-Kassen", zitiert die Berliner Zeitung (BZ) einen Netto-Sprecher. Weitere Details könne man aus "wettbewerbsrelevanten Gründen nicht mitteilen".
Laut BZ geht es aber darum, auszutesten, wie sich die Maßnahme auf den Warenschwund auswirkt. Wie auch in Österreich nutzt nämlich eine steigende Zahl an Kunden die SB-Kassen, um zumindest einen Teil des Einkaufs ohne zu bezahlen aus dem Supermarkt zu schleusen.