Wenige Wochen vor dem Gang zum Insolvenzgericht wurden in Innsbruck noch rasch Immobilien zu Geld gemacht. Die Laura Privatstiftung, die zum Umfeld von René Benko zählt, veräußerte mehrere Liegenschaften – insgesamt um rund 30 Millionen Euro.
Der Zeitpunkt sorgt für Aufmerksamkeit. Ende Jänner 2026 wurde die Stiftung durch ein Urteil zu Zahlungen in Höhe von rund einer Milliarde Euro verpflichtet. Da die vorhandenen Vermögenswerte deutlich darunter lagen, folgte am 12. März der Insolvenzantrag.
Dazwischen kam es laut Recherchen von "Krone" und "News" zu mehreren Verkäufen: Betroffen sind unter anderem Objekte in der Museumsstraße, der Adamgasse und der Meraner Straße in Innsbruck. Käufer waren Tiroler Unternehmer beziehungsweise deren Gesellschaften.
Besonders brisant ist die Rolle der beteiligten Kanzlei. Die Rechtsanwälte Ullmann Geiler und Partner begleiteten die Verkäufe – und wurden kurz darauf vom Gericht als Insolvenzverwalter der Stiftung eingesetzt. Damit fällt ihnen nun auch die Aufgabe zu, genau zu prüfen, ob diese Verkäufe korrekt abgewickelt wurden und ob die Preise angemessen waren.
Rechtsanwalt Stefan Geiler betont gegenüber der "Krone", man habe die Transaktionen "dem Insolvenzgericht offengelegt." Zudem seien nicht direkt die Stiftung, sondern Tochter- beziehungsweise Enkelgesellschaften betroffen gewesen. Sollte es dennoch Prüfbedarf geben, könne ein eigener Verwalter eingesetzt werden.
Klar ist: Insolvenzverwalter müssen im Sinne der Gläubiger genau hinschauen. Sollte sich herausstellen, dass Vermögenswerte unter Wert verkauft wurden, könnten die Deals angefochten und im Extremfall rückabgewickelt werden.