Der Schokoladenhersteller Ritter Sport reagiert auf wirtschaftlichen Gegenwind mit einem deutlichen Sparkurs.
Nach einem Verlust im vergangenen Jahr soll im Unternehmen nun Personal abgebaut werden – erstmals in der mehr als 110-jährigen Firmengeschichte.
Ein Sprecher des Familienunternehmens bestätigte, dass in der Zentrale im schwäbischen Waldenbuch bei Stuttgart etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen soll. Insgesamt betrifft das rund 70 Jobs vor allem in der Verwaltung. Weltweit beschäftigt Ritter Sport etwa 1.900 Menschen, davon rund 90 im Produktionswerk in Breitenbrunn (Burgenland).
Als Gründe nennt das Unternehmen vor allem massiv gestiegene Rohstoffpreise, insbesondere beim Kakao. Auch teurere Energie und höhere Verpackungskosten hätten das Geschäft stark belastet. Zusätzlich spüre man eine deutlich schwächere Nachfrage, viele Kundinnen und Kunden greifen seltener zur Schokolade.
Der Stellenabbau soll laut Unternehmen "sozialverträglich" erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen werden aber nicht ausgeschlossen.
Es ist Teil einer umfassenderen Strategie, die Kostenstruktur zu verschlanken und effizienter zu gestalten.
Dabei war 2025 eigentlich ein Jahr mit Licht und Schatten: Zwar legte der Umsatz um rund 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro zu, gleichzeitig rutschte das Unternehmen aber in die roten Zahlen. Höhere Verkaufspreise konnten die stark gestiegenen Kosten entlang der gesamten Lieferkette nicht ausgleichen.
Schon zuvor hatte Ritter Sport die Preise für seine Tafeln erhöht, konnte die Mehrkosten jedoch nur teilweise an den Handel weitergeben. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich auch in anderen Bereichen der Lebensmittelbranche.
Ein Blick auf den Kakaomarkt zeigt jedoch Bewegung: Nach früheren Sorgen um Ernteausfälle in Westafrika sind die Rohkakaopreise zuletzt wieder gefallen – dank besserer Ernten. Viele Hersteller reagieren bereits mit Preisanpassungen nach unten.