Bekannter Sahne-Erzeuger

Millionenpleite von QimiQ – so geht es jetzt weiter

Der bekannte Salzburger Sahne-Hersteller QimiQ ist pleite. Ein Insolvenzverfahren wurde eröffnet, der Betrieb soll aber fortgeführt werden.
Newsdesk Heute
09.04.2026, 09:24
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Die nächste Firmenpleite in Österreich: Über die QimiQ Handels GmbH aus Hof bei Salzburg wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Die Schulden sind massiv – trotzdem soll es weitergehen.

Das Familienunternehmen ist seit rund 25 Jahren bekannt für spezielle Sahne-Basisprodukte zum Kochen und Backen sowie vegane Alternativen. Kunden kommen aus Handel, Gastronomie und sogar aus der Hauben- und Sterneküche.

Doch zuletzt geriet die Firma immer stärker unter Druck. Hauptgrund: hohe Inflation und explodierende Milchpreise. Allein innerhalb weniger Monate stiegen die Produktionskosten um rund 15 Prozent. Diese Mehrkosten konnten nur verzögert an den Handel weitergegeben werden.

Dazu kamen weitere Probleme: fehlende Kreditlinien, geplatzte Finanzierungen und verspätete Zahlungen von internationalen Großkunden. Anfang 2026 verschärfte ein Auslieferstopp durch SalzburgMilch die Lage zusätzlich – Produkte fehlten, Umsätze brachen weg.

Auch Gespräche über einen Einstieg von Investoren scheiterten im März endgültig. Am Ende stand ein massiver Liquiditätsengpass.

Qimiq kämpft ums Überleben

Die Zahlen zeigen die Dimension: Schulden von rund 8,66 Millionen Euro stehen Aktiva von nur etwa 1,38 Millionen Euro gegenüber. Rund 150 Gläubiger sind betroffen – viel zu holen gäbe für sie selbst im Liquidationsfall nicht.

"Das Anlagevermögen umfasst überwiegend die EDV-Ausstattung, die Betriebs- und Geschäftsausstattung, Entwicklungskosten sowie bauliche Investitionen in den Showroom", erklärt der Alpenländische Kreditorenverband (AKV): "Der Gesamtbuchwert des Anlagevermögens liegt bei rund 1,38 Millionen Euro der geschätzte Liquidationswert jedoch nur bei etwa 130.500 Euro. Das materielle Umlaufvermögen ist laut Angaben im Eröffnungsantrag quasi wertlos."

Zum Zeitpunkt der Insolvenz waren nur noch wenige Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Insgesamt dürften rund ein Dutzend Jobs direkt oder indirekt betroffen sein. Trotz allem gibt sich die Firma kämpferisch. Der Betrieb läuft weiter, erste Sparmaßnahmen wurden bereits umgesetzt. Auch die Auslieferung der Produkte ist wieder angelaufen.

Geplant ist ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent, die innerhalb von zwei Jahren bezahlt werden soll. Gläubiger können ihre Forderungen noch bis 18. Juni anmelden.

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