Millionen-Schulden

QimiQ insolvent! Doch Sahne-Firma will weitermachen

Die Salzburger Sahne-Firma QimiQ hat Insolvenz angemeldet. Trotz der schwierigen Lage und Millionen-Schulden soll der Betrieb fortgeführt werden.
Team Wirtschaft
07.04.2026, 15:19
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Über die QimiQ Handels GmbH mit Sitz in Hof bei Salzburg ist am Dienstag (7. April) ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden.

Das Familienunternehmen vertreibt seit rund 25 Jahren spezielle Sahne-Basisprodukte fürs Kochen und Backen sowie vegane Alternativen, die sowohl im Handel als auch in der Gastronomie, Hauben- und Sterneküche sowie in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden.

Die wirtschaftliche Schieflage entwickelte sich laut KSV1870 und dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) durch mehrere Faktoren gleichzeitig. Besonders stark wirkten sich die deutlich gestiegenen Milchpreise aus, die zwischen Sommer und Jahresende zu rund 15 Prozent höheren Produktionskosten führten.

Diese konnten nur verzögert an den Handel weitergegeben werden. Gleichzeitig belasteten nicht zustande gekommene Warenfinanzierungen und fehlende Kreditlinien die Liquidität zusätzlich. Verspätete Zahlungen internationaler Großkunden verschärften die Situation weiter.

Zu Beginn des Jahres kam es zudem zu einem vorübergehenden Auslieferstopp durch SalzburgMilch, wodurch Produkte nicht verfügbar waren und Umsätze ausblieben. Parallel dazu scheiterten im März Gespräche über eine mögliche Beteiligung endgültig. In Summe führte diese Entwicklung zu einem anhaltenden Liquiditätsmangel, der schließlich in Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung mündete.

Die Bilanz zeigt das Ausmaß der Krise deutlich: Verbindlichkeiten von rund 8,66 Millionen Euro stehen Aktiva von etwa 1,38 Millionen Euro gegenüber. Rund 150 Gläubiger sind betroffen.

Betrieb soll fortgeführt werden

Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung waren neben dem Geschäftsführer noch zwei Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt, nachdem der Personalstand bereits zuvor reduziert worden war. Insgesamt dürften etwa zwölf Beschäftigte direkt oder indirekt von der Insolvenz betroffen sein.

Trotz der schwierigen Lage soll der Betrieb fortgeführt werden. Erste Maßnahmen zur Kostensenkung wurden bereits umgesetzt, und auch die Auslieferung der Produkte ist inzwischen wieder angelaufen.

Der vorgelegte Sanierungsplan sieht eine Quote von 20 Prozent vor, die innerhalb von zwei Jahren beglichen werden soll.

Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 18. Juni anmelden. Die erste Gläubigerversammlung ist für den 6. Mai angesetzt.

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