Die Kässpätzle waren ein Hit, die Bewertungen stark und die Nachfrage da. Trotzdem ist jetzt Schluss: Das Vorarlberger Streetfood-Lokal "ghörig" in Wien sperrt laut vol.at Ende April zu.
Seit Juni 2023 brachten Jeremy Auer und Alexander Pezold am Hernalser Gürtel 39 (Wien-Hernals) ein Stück Vorarlberg in die Hauptstadt. Mit Kässpätzle, Würsten und kreativen Varianten wie panierten Spätzle-Bällchen trafen sie den Geschmack vieler Wiener. "Es war echt super", erinnert sich Auer an den Start.
Auch danach lief es gut. Viele Stammgäste, viele Bestellungen - vor allem ein Gericht stach heraus: "Wir verkaufen sie viermal mehr als alles andere", sagt Auer laut vol.at. Sogar als Caterer im Parlament und bei Events war das Duo gefragt.
Doch dann kam die Wende. "Seit einem Jahr ist es etwas schwierig mit den ganzen Teuerungen", erklärt Auer. Die Konsequenz: Der Mietvertrag wird nicht verlängert. Die Entscheidung fiel bereits vor rund einem halben Jahr.
Der Betrieb lag großteils in den Händen der beiden Gründer. Viel Arbeit, hohe Belastung - und gleichzeitig steigende Kosten durch Inflation und Krisen. "Es bleibt immer weniger übrig", so Auer. "Es stand nicht mehr in einem Verhältnis zu dem Aufwand, den wir haben."
Dabei war ihnen Qualität besonders wichtig. "Wir machen alles selbst. Wir kaufen guten Käse aus Vorarlberg. Das kostet auch alles." Preise ständig zu erhöhen, sei aber keine Option: "Man kann die Preise nicht jeden Monat anpassen. Dann kommt doch keiner mehr in den Laden."
Auch die Lage spielte eine Rolle. Trotz funktionierendem Konzept kamen laut Auer zu wenige Leute direkt ins Lokal. Eine neue Location wurde gesucht, doch ohne zusätzliche finanzielle Mittel war das nicht machbar.
„Alle sind traurig“
Die Reaktionen der Gäste zeigen, wie gut das Konzept ankam. "Jeder, der vorbeikommt, sagt, er sei traurig." Verständnis gibt es trotzdem. Für die Betreiber bleibt es ein schwerer Schritt, berichtet vol.at: "Es wäre leichter, zuzusperren, wenn es schlecht bewertet wäre und wenn keine Leute kämen."
Ganz vorbei muss es aber nicht sein. Auer glaubt weiterhin an die Idee: Mit besserem Standort, mehr Platz und vielleicht einem Gastgarten könnte das Konzept funktionieren. "Darum tut es eigentlich weh, dass wir schließen."
Vorerst ziehen die beiden die Reißleine - bewusst, bevor es finanziell eng wird. "Wenn ein schlechter Monat kommt, kann ich es nicht mehr garantieren", sagt Auer. Er sieht darin auch ein Branchenproblem: "Wenn es so weitergeht, gibt es irgendwann nur noch große Ketten – so ist es leider."
Wie es weitergeht, ist offen. Fix ist nur: Nach drei intensiven Jahren braucht es jetzt erst einmal eine Pause.