Ein Kapitel Wiener Nachtleben geht zu Ende: Die Pratersauna ist als Club Geschichte. Was für viele lange nur ein Gerücht war, ist nun Realität. Die Türen für durchtanzte Nächte bleiben geschlossen – und damit verschwindet einer der prägendsten Orte der heimischen Clubszene.
Über Jahre hinweg war die Pratersauna mehr als nur ein Club. Sie war ein Treffpunkt für Nachtschwärmer, Musikliebhaber und Szenegrößen – ein Ort, an dem Wien international mitspielte.
Eröffnet im Jahr 2009, entwickelte sich die ehemalige Sauna rasch zu einer der spannendsten Locations der Stadt. Der Mix aus Pool, Outdoor-Bereich und mehreren Floors machte die Pratersauna einzigartig. Vor allem im Sommer wurde sie zum Hotspot – Open-Air-Vibes inklusive.
Internationale DJs, lange Nächte und eine offene Crowd sorgten dafür, dass der Ruf weit über die Stadtgrenzen hinausging. Wer elektronische Musik in Wien erleben wollte, kam an der Pratersauna kaum vorbei.
Ganz verschwinden wird der Ort aber nicht. Statt Club-Betrieb steht künftig ein neues Konzept im Mittelpunkt. Geplant soll ein Tagescafé mit Pool und Terrasse – entspannter, ruhiger, aber am selben Ort – sein. Über die Neuausrichtung hatte zuvor bereits das Branchenmagazin "Faze Mag" berichtet. Musik dürfte weiterhin eine Rolle spielen, allerdings nur noch im Hintergrund. Der Fokus liegt klar auf einem Daytime-Erlebnis statt auf durchtanzten Nächten bis in den Morgen.
Hinter der Pratersauna stand lange Zeit Szene-Gastronom Martin Ho, der den Club maßgeblich aufgebaut hat. Zwischenzeitlich wurde die Location zwar von anderen Betreibern übernommen, das Konzept konnte aber nicht dauerhaft überzeugen. Nun folgt der nächste Neustart – diesmal endgültig weg vom Nachtclub.
Für viele bleibt dennoch ein bitterer Beigeschmack. Die Pratersauna war für unzählige legendäre Nächte verantwortlich – für Freundschaften, Erinnerungen und Momente, die man nicht vergisst.