Wienerin schreibt alles auf

Betonbohrer am Feiertag: Streit um Lärm in Gemeindebau

"Hämmern, Fußballspielen, Trampeln": Seit Jahren quält Christa (86) Lärm im Gemeindebau. Wiener Wohnen bemüht sich bereits um eine Vermittlung.
Yvonne Mresch
03.04.2026, 05:30
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Seit 40 Jahren lebt Pensionistin Christa in einem Simmeringer Gemeindebau in der Kopalgasse –, und das auch immer gerne. Doch die vermeintliche Idylle endete vor einigen Jahren. "30 Jahre hatten wir wunderbare Mieter über uns. Sie hatten die Wohnung toll gestaltet. Als diese im August 2023 auszogen, mussten sie alles herausreißen und seitdem hört man jeden Schritt", ärgert sie sich.

"Ich bin nervlich am Ende"

In der Wohnung über der 86-jährigen zog eine Familie mit drei Kindern ein. Seitdem ist ihr Alltag von Diskussionen mit den Nachbarn und Wiener Wohnen geprägt. "Ich höre in der ganzen Wohnung alles. Sie trampeln, schieben etwas herum, spielen Fußball, schmeißen mit Gegenständen oder machen an Feiertagen den Betonbohrer an", berichtet die Pensionistin, die darüber sogar Protokoll geführt hat – 500 Eintragungen sind es insgesamt – und wütet: "Sie sind einfach rücksichtslos, ich bin nervlich am Ende. So etwas kann man nicht aushalten!"

"Partner klopft mit Besen an die Decke"

Mehrmals reichte Christa bereits Beschwerde ein, erstattete Anzeige, rief die Polizei, wandte sich an Wiener Wohnen, den Mieterschutz und sprach auch mit den Betroffenen selbst. Aber: "Es wird immer alles abgestritten." Mit den anderen Mietern gäbe es keine Probleme, betont die Wienerin und stellt klar: "Ich bin nicht doof, aber das kann es einfach nicht sein!" Mittlerweile wehrt sie sich selbst: "Mein Partner klopft dann mit dem Besen an die Decke."

Wiener Wohnen arbeitet an Lösung

"In unseren Wohnhausanlagen leben viele Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen", betont Wiener Wohnen auf Anfrage von "Heute". Es gäbe eine Hausordnung, die für alle Mieter gelte – es ließe sich jedoch nicht vermeiden, dass verschiedene Interessen und Wahrnehmungen zusammenstoßen. Eine "fallbezogene Lösung" sollte her – unter Einbindung des Nachbarschaftsservice wohnpartner. Dafür sei die "Bereitschaft aller Konfliktparteien unumgänglich."

"Handlungsmöglichkeiten ausgeschöpft"

"In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrfach Maßnahmen gesetzt, um die Situation zu entschärfen und zu einer Lösung zwischen den beteiligten Parteien zu kommen", heißt es. "Nach den Rückmeldungen der zuständigen Fachbereiche beziehen sich die Beschwerden auf Alltagsgeräusche wie etwa Staubsaugen, Wäschewaschen und Kinderlärm."

Man habe verschiedene Vermittlungsversuche unternommen und den Fall intensiv bearbeitet, sogar einen runden Tisch habe Wiener Wohnen organisiert. "Im Zuge dessen zeigte sich jedoch, dass die Handlungsmöglichkeiten von Wiener Wohnen in diesem konkreten Fall ausgeschöpft sind." Die rechtliche Grundlage für weitergehende Schritte wie eine gerichtliche Aufkündigung sei nach derzeitigem Stand nicht gegeben.

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