Der weltgrößte Kondomhersteller Karex hebt wegen der Folgen des Iran-Kriegs die Preise kräftig an. Hintergrund sind gestörte Lieferketten und stark gestiegene Kosten.
"Die Lage ist definitiv sehr heikel, die Preise sind hoch . . . Wir haben keine andere Wahl, als die Kosten jetzt an die Kunden weiterzugeben", sagte Firmenchef Goh Miah Kiat am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Nachfrage nach Kondomen ist heuer deutlich gestiegen – laut Unternehmen um rund 30 Prozent. Viele Kunden halten ihre Lager wegen teurer Transporte und Verzögerungen klein, was die Bestellungen zusätzlich antreibt. Gleichzeitig verteuern sich wichtige Rohstoffe wie synthetischer Kautschuk, Verpackungen und Silikonöl.
Karex produziert jährlich über fünf Milliarden Kondome und beliefert große Marken wie Durex und Trojan sowie staatliche Gesundheitssysteme und Programme der Vereinten Nationen. Sollten die Probleme bei den Lieferketten anhalten, könnten die Preise weiter steigen, warnte der Firmenchef.
Das Unternehmen steht mit diesen Problemen nicht allein da: Auch andere Hersteller, etwa aus der Medizintechnik, kämpfen mit Engpässen. Der Iran-Krieg sorgt für Belastungen bei Energie- und Petrochemielieferungen aus dem Nahen Osten – und erschwert damit die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen.