Ryanair macht erneut Druck auf die Politik: Europas größter Billigflieger fordert die österreichische Regierung auf, die umstrittene Luftverkehrssteuer endlich komplett zu kippen – und zwar schon zum 1. Mai.
Andernfalls drohe dem Wiener Flughafen ein weiterer Aderlass: weniger Flüge, weniger Strecken, weniger Passagiere.
"Heute fordern wir Bundeskanzler Christian Stocker und Verkehrsminister Peter Hanke erneut auf, ihre gescheiterte Hochsteuerpolitik aufzugeben. Österreich ist völlig wettbewerbsunfähig geworden und verliert Flugzeuge, Strecken und Passagieraufkommen an kostengünstigere Alternativen wie die Slowakei, Albanien und italienische Regionen", so Ryanairs CEO Michael O’Leary.
Aus Sicht der Airline sind die Folgen längst spürbar. Anbieter wie Wizz Air, Level und easyJet haben sich bereits zurückgezogen. Gleichzeitig hätten große Player wie Austrian Airlines und Ryanair selbst ihr Angebot zusammengestrichen und Maschinen in günstigere Länder verlegt.
"Die schädliche 12-Euro-Luftverkehrssteuer muss abgeschafft, die hohen Flugsicherungsgebühren umgehend um 50 Prozent gesenkt werden um sie mit denen des Nachbarlandes Slowakei wettbewerbsfähig zu machen, und der Flughafen Wien muss die Wachstumsanreizprogramme wieder einzuführen, die bei ihrer Einführung vor acht Jahren so erfolgreich waren".
Ryanair stellt gleichzeitig ein milliardenschweres Angebot in den Raum: Rund eine Milliarde US-Dollar wolle man investieren und die Passagierzahlen in Österreich innerhalb von fünf Jahren um satte 70 Prozent auf 12 Millionen jährlich steigern.
Geplant sei unter anderem die Stationierung von bis zu zehn Boeing 737 in Wien. Auch Linz und Salzburg sollen profitieren.
"Aber nur, wenn Kanzler Stocker – 'Sleepy Stocker' – endlich in die Gänge kommt. Er erinnert mich an eine Märchenfigur der Gebrüder Grimm, die 300 Jahre in den Wäldern verschläft ... aber wir werden nicht auf ihn warten. Die Welt dreht sich weiter. Wir veröffentlichen den Winter-Flugplan Mitte/Ende Mai, daher brauchen wir eine Entscheidung bis spätestens 1. Mai.", so O'Leary zu "Heute".
Die Botschaft an die Regierung ist damit eindeutig – jetzt liegt der Ball bei der Politik.