Der irische Billigflieger Ryanair bekräftigte im Streit um die österreichische Luftverkehrssteuer seine Forderung nach einem Ende der Abgabe. Sollte dies nicht geschehen, drohte man mit Konsequenzen.
Bis zum 1. Mai müsse die Abgabe von 12 Euro pro Passagier "unverzüglich" abgeschafft werden, forderte die Airline am Montag. Nur dann werde man den im vergangenen Herbst vorgelegten Investitionsplan über 1 Mrd. Dollar (868,3 Mio. Euro) umsetzen und zehn neue Flugzeuge in Wien stationieren. "Bis dahin werden Wien und Österreich weiterhin gegenüber kostengünstigeren Ländern ohne Luftverkehrssteuern wie Schweden, der Slowakei und italienischen Regionen den Kürzeren ziehen", hieß es in einer Ryanair-Aussendung.
Ryanair-Manager Andreas Gruber kritisierte, die Regierung prüfe die Abgabe nur, statt sie wie andere europäische Länder zu streichen. Die Airline ist dafür bekannt, öffentliche Auseinandersetzungen mit Regierungen und Flughäfen zu suchen, um die Kosten an ihren Standorten zu drücken.
Gegenüber "Heute" konterte die SPÖ die harte Kritik der Airline: "Wir lassen uns sicher nicht erpressen", so der rote Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi. Er stellt klar: "In Österreich machen immer noch die Österreicher die Gesetze, nicht eine irische Billigfluglinie. Jeder noch so kleine Betrieb in Österreich zahlt Steuern und Abgaben. Auch ein Konzern-Multi wie Ryanair ist davon nicht ausgenommen. Punkt!“
Laut Moitzi seien die Forderungen von Ryanair "mehr als widersprüchlich": Einerseits sollen die Flughafen-Gebühren für Ryanair gesenkt werden, andererseits soll Österreich massiv in die Infrastruktur investieren. "Den Österreichern ist doch klar, welches durchschaubare Spiel hier gespielt wird. Es wird ihnen nur nicht gelingen", so Moitzi.
Der Verkehrssprecher betonte, dass die aktuelle Bundesregierung sparen müsse – dabei könne man nicht auf das Geld der Flugausgabe verzichten. "Eine Abschaffung wäre völlig verantwortungslos."
Moitzi verwies zudem auf die hohen Gewinne, die der Konzern einfährt: Medienberichten zufolge geht Ryanair im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 von einem bereinigten Gewinn nach Steuern von 2,13 bis 2,23 Milliarden Euro aus. Als Hauptgrund sieht Moitzi die Erhöhung der Ticketpreise um 13 Prozent. "Rekordgewinne auf dem Rücken der Passagiere kassieren und gleichzeitig Österreich erpressen – so geht das nicht."
Der SPÖ-Mann betonte abschließend die Vorreiterrolle des Flughafens Schwechat im internationalen Vergleich: Er ist der drittpünktlichste europäische Flughafen-Standort im laufenden Jahr 2025. Seine Mitarbeiter wurden zum wiederholten Mal als "die besten Europas 2025" ausgezeichnet. Die Austrian Airlines hat zudem angekündigt, ihre Kapazitäten am Flughafen Wien im kommenden Sommerflugplan um zumindest zwei Kurzstreckenflugzeuge zu erweitern. Ähnliche Pläne gibt es auch von anderen Fluglinien.