"Befristeter Testlauf"

Sonntagsöffnung in Wien! Regierung macht Ansage

Vor dem ESC spitzt sich die Debatte um offene Geschäfte am Sonntag in Wien zu - jetzt kommt auch aus der Bundesregierung Druck auf die Stadtregierung.
André Wilding
30.03.2026, 09:54
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Debatte um offene Geschäfte am Sonntag in Wien bekommt neuen Schwung - diesmal aus der Bundesregierung. Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner stellt sich nämlich im KURIER hinter die Forderung der Wiener ÖVP und spricht sich für einen Testlauf rund um den Eurovision Song Contest im Mai aus.

Der Hintergrund: Während des Großevents werden tausende internationale Gäste in der Stadt erwartet. Genau darin sieht Zehetner auch wirtschaftliches Potenzial. "Der ESC ist für Wien weit mehr als ein kulturelles Großereignis, er ist auch eine echte wirtschaftliche Chance für die Stadt", erklärt sie dem KURIER.

Keine neue Idee

Denn: "Gerade internationale Gäste sind es aus vielen Ländern gewohnt, auch am Sonntag einkaufen zu können. Dort, wo touristische Nachfrage entsteht, sollte Wien auch zusätzliche Wertschöpfung ermöglichen."

Die Idee ist nicht neu. Schon länger wird über sogenannte Tourismuszonen diskutiert, in denen Geschäfte auch an Sonn- und Feiertagen offen haben dürfen. Bisher scheiterte das Vorhaben aber am Widerstand der Wiener SPÖ, berichtet die Tageszeitung.

Erst vergangene Woche wurde ein konkreter Vorschlag der ÖVP im Gemeinderat abgeschmettert. Geplant war eine befristete Öffnung rund um die Stadthalle an zwei Tagen während des ESC. Doch die Stadtregierung blieb bei ihrem Nein.

"Befristeter Testlauf"

Ganz unumstritten ist diese Linie intern offenbar nicht mehr. Laut KURIER gibt es auch innerhalb der SPÖ Stimmen, die einen Testlauf nicht grundsätzlich ablehnen würden. Ein Funktionär räumt in der Tageszeitung ein: "Und wenn der Testlauf beim ESC erfolgreich ist, tun wir uns schwer, unsere Position aufrechtzuerhalten".

Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie Startups und Tourismus.
Helmut Graf

Für Zehetner wäre ein solcher Versuch längst überfällig. Sie spricht im KURIER von einem "befristeten Testlauf für einen vernünftigen und praxisnahen Schritt für Handel, Tourismus und Standort".

Auch die Wiener ÖVP erhöht den Druck. Parteichef Markus Figl wirft der SPÖ vor, wirtschaftspolitisch auf der Stelle zu treten: "Sie will sich laut jüngsten Aussagen neuerdings als Wirtschaftspartei positionieren, macht aber genau das Gegenteil und verwaltet weiter nur den Stillstand. Die Sonntagsöffnung in Tourismuszonen wäre ein erster, überfälliger Schritt."

"Koalitionspartner hält an alten Glaubenssätzen fest"

Brisant ist die Lage laut KURIER auch für die Neos, die selbst einen ESC-Testlauf vorgeschlagen hatten. Nach der Ablehnung durch den Koalitionspartner übten sie scharfe Kritik: "Gerade in schwierigen Zeiten sollte man dem angeschlagenen Handel so viel Freiheit wie möglich geben", heißt es aus dem Neos-Klub gegenüber dem KURIER. "Leider hält unser Koalitionspartner noch an alten Glaubenssätzen fest, obwohl sich die Wiener mehrheitlich eine Öffnung am Sonntag wünschen."

Ob sich die Wiener SPÖ vor dem ESC noch in Richtung Sonntagsöffnung bewegt, bleibt offen. Der Eurovision Song Contest (ESC) Mitte Mai rückt jedenfalls näher - und mit ihm die Frage, ob Wien beim Einkaufen am Sonntag doch noch neue Wege geht.

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 30.03.2026, 09:56, 30.03.2026, 09:54
Jetzt E-Paper lesen