Mit 15. März endet ein Kapitel am Flughafen Wien: Wizz Air hebt ein letztes Mal von Österreichs Hauptstadt ab. Der finale Flug führt nachmittags nach London Luton und abends wieder zurück. Damit beendet die Billigfluglinie nach fast acht Jahren ihre Aktivitäten in Wien.
Seit dem Start am 27. April 2018 – damals mit einer Verbindung nach Danzig – habe die Fluglinie laut Unternehmen eine bedeutende Rolle bei der Verbesserung der Konnektivität zwischen Österreich und Europa sowie dem Nahen Osten gespielt. In diesem Zeitraum hätte man nahezu 13 Millionen Passagiere befördert, über 66.000 Flüge durchgeführt und Wien mit 73 Zielen in 35 Ländern verbunden.
Zu den meistgebuchten Destinationen gehörten unter anderem London, Barcelona, Rom, Tel Aviv und Málaga. Insgesamt hatte Wizz Air zuletzt fünf Flugzeuge des Typs Airbus A321neo in Wien stationiert, die von hier aus 28 Strecken in 20 Länder bedienten.
"Wien war ein wichtiger Abschnitt in der Wachstumsgeschichte von Wizz Air", sagt Mauro Peneda, Managing Director von Wizz Air Malta. Man sei stolz auf die geschaffene Konnektivität, auf die Millionen von Passagieren, die man an Bord habe begrüßen dürfen, sowie auf den Beitrag zum österreichischen Reisemarkt, so Peneda.
Den Rückzug hat Wizz Air bereits im September 2025 angekündigt. In zwei Schritten wurde die Basis seither heruntergefahren: Zwei Flugzeuge und zwei Strecken (Bilbao, London Gatwick) wurden Ende Oktober 2025 eingestellt, jetzt gefolgt von den noch übrigen Verbindungen.
Hauptgrund sind laut Airline die hohen, mit dem Ultra-Low-Cost-Modell der Airline nicht mehr vereinbar gewesenen Kosten. "Leider sind die Flughafengebühren in Wien sowie die Steuern und Bodenabfertigungsdienste seit unserer Gründung erheblich gestiegen, sodass eine Fortführung des Betriebs nicht mehr tragbar ist", erklärt Peneda.
Ganz verschwindet Wizz Air aus der Region allerdings nicht. Die Airline will ostösterreichische Reisende weiterhin über nahegelegene Flughäfen bedienen. Die Fluggesellschaft betreibe, so Wizz Air in einer Aussendung, weiterhin ein umfangreiches Streckennetz "ab nahegelegenen Städten", darunter Bratislava und Budapest.
Von Bratislava aus etwa würden Verbindungen nach Rom Fiumicino, Tel Aviv, Málaga, Warschau, Nizza, Oslo, Neapel, Athen, London Luton oder Barcelona angeboten. Viele dieser Strecken seien zuvor auch ab Wien bedient worden.
Peneda betont: "Auch wenn heute das Ende unserer Aktivitäten in Wien markiert, ist es kein Abschied von der Region. Wir freuen uns darauf, österreichische Reisende auch künftig auf unseren Flügen innerhalb Europas willkommen zu heißen."
Mitbewerber Ryanair hat sein Angebot zuletzt ebenfalls zusammengestrichen und die Basis auf dem österreichischen Hauptstadt-Flughafen verkleinert. Allein im Sommerflugplan 2026 soll das Angebot um fünf Maschinen und eine Million Sitzplätze reduziert werden.
Ryanair begründet die Maßnahme, weniger zurückhaltend als Wizz, mit dem Versäumnis der Bundesregierung, "die gescheiterte Luftverkehrssteuer" abzuschaffen. Ebenfalls verwiesen wird auf die "hohen Gebühren des Flughafens Wien", die seit Covid um 30 Prozent gestiegen seien.