SPÖ will "Rotstift ansetzen"

Sprit-Engpass – jetzt geraten Privatjets ins Visier

Weil im Iran-Krieg weiterhin keine Entspannung in Sicht ist, erwägt die EU Maßnahmen gegen Kerosin-Engpässe. Die SPÖ nimmt Privatjets ins Visier.
Nicolas Kubrak
15.04.2026, 14:24
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Die Kerosin-Knappheit könnte schon bald in Europa ankommen. Laut dem Branchenverband Airports Council International Europa (ACI) steht Europa vor einer "systematischen Kerosin-Knappheit in drei Wochen".

EU-Kommission erwägt Maßnahmen

Wie eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte, gebe es aktuell keine Hinweise auf Treibstoffknappheit in der EU. Aber: "Es könnte in naher Zukunft zu Engpässen kommen", fügte sie hinzu. Die Kerosinversorgung sei dabei die "Hauptsorge". Sollte die Blockade der Straße von Hormus weiter andauern, müssten sich auch europäische Flughäfen und Fluglinien auf einen Krisenmodus einstellen. Man werde die Versorgungslage genau beobachten und bei Bedarf Maßnahmen setzen, hieß es.

SPÖ nimmt Privatjets ins Visier

In den jüngsten Entwicklungen rund um die Kerosinversorgung meldet sich nun die SPÖ zu Wort. "Im Fall der Fälle muss die EU-Kommission zuerst bei den Privatjet-Flügen den Rotstift ansetzen", fordern Umweltsprecherin Julia Herr und Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi.

Die Roten sehen Privatjets als "Klima-Killer". Laut dem Internationalen Rat für sauberen Verkehr (ICCT) stößt ein Privatjet rund 810 Tonnen schädliche Treibhausgase pro Jahr aus – so viel wie rund 177 Autos zusammen. Allein im Jahr 2023 hätten Privatjets weltweit so viel Treibhausgase ausgestoßen, wie alle Flüge, die vom Londoner Flughafen Heathrow gestartet sind – dem größten Flughafen Europas.

"Familien sollen nicht Leidtragende sein"

"Die meisten Privatjet-Flüge innerhalb Österreichs gehen von Wien nach Salzburg. Wenn wo gespart werden kann, dann ja wohl bei diesen unnötigen Flügen, die niemandem etwas bringen, aber allen schaden", so Moitzi. Gemeinsam mit Herr fordert er die EU-Kommission auf, im Fall von Versorgungsengpässen zuerst bei den Privatjet-Flügen anzusetzen. "Familien, die sich einmal im Jahr eine Urlaubsreise in den Süden leisten, sollen nicht die Leidtragenden sein", so die beiden Abgeordneten.

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