Einfach zu verstehen ist das wahrlich nicht: Seit 16. März durften Tankstellen die Preise nur mehr am Montag, Mittwoch und Freitag um 12 Uhr mittags erhöhen.
Diese Krisenregelung lief mit 12. April planmäßig aus, wurde nicht verlängert. Vielmehr gilt nun wieder die alte Spritpreisverordnung, die Preisanhebungen an den Zapfsäulen jeden Tag um 12 Uhr erlaubt.
Warum ist die gerade erst eingeführte 3-Tages-Regel plötzlich nicht mehr gut? Diese sei eine erste schnelle Maßnahme zur Marktberuhigung gewesen, inzwischen gebe es mit der Spritpreisbremse ein wirksameres System, um Autofahrer zu entlasten, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium.
Die staatliche Preisbremse macht Benzin und Diesel um 10 Cent je Liter günstiger (je 5 Cent Steuersenkung und Gewinnbegrenzung der Spritmultis).
Teil der Bremse ist, dass Tankstellen auch sinkende Einkaufspreise weitergeben müssen. Mit der Rückkehr zu täglich erlaubten Erhöhungen sei auch die Weitergabe sinkender Preise von der E-Control einfacher zu kontrollieren, erklärt VP-Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer: "Günstigerer Schritt kommt schneller an den Zapfsäulen an."

Hattmannsdorfer betont: "Wenn die Preise an den Börsen sinken, dann muss das rasch auch bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ankommen." Also: Wenn Sprit im Einkauf für die Tankstellen billiger wird, muss sich das auch unmittelbar an der Zapfsäule auf die Tankrechnung der Kunden auswirken.
Bisher – also während der Gültigkeit der 3-Tages-Regel – gaben Tankstellen sinkende Preise teilweise verzögert weiter, weil sie verpasste Einnahmen von Tagen mit verbotener Erhöhung (aber teurer gewordenem Spriteinkauf) wieder reinholen wollten. Denn unterm Strich galt ein Durchrechnungszeitraum.
Dank der Rückkehr zu täglich möglichen Preisanhebungen, sei ab sofort auch unmittelbar zu erkennen, ob Preissenkungen sofort bei den Tankkunden ankommen.
Wer tanken muss, sollte das also vor 12 Uhr tun – ab sofort wieder unabhängig vom Wochentag. Denn Preiserhöhungen sind den Tankstellen immer um 12 Uhr möglich. Ab dann ist mit deutlichen Anstiegen zu rechnen. Deshalb fährst du am besten nicht direkt nach 12 zur Zapfsäule. Preissenkungen folgen dann wann immer; sie sind jederzeit erlaubt.
Auf jeden Fall zahlt es sich aus, die Preise zu vergleichen und die günstigste Tankstelle in der Umgebung ausfindig zu machen – mit dem Spritpreisrechner auf heute.at.
Und, ganz wichtig: Wenn irgend möglich, vermeide es, dass du bei Autobahnfahrten tanken musst. An Autobahntankstellen zahlst du hohe Aufschläge. Kurz abzufahren und die nächste Spritstation abseits der Autobahn aufzusuchen, spart bares Geld.
Laut Daten der E-Control lag der österreichweite Mittelwert für den Liter Diesel am Sonntag bei 2.026 Euro. Für Super waren es 1,677 Euro.