Hochspannung am Montag – die Weltpolitik wird uns wohl wieder zeigen, welche Auswirkungen sie direkt auf unser Leben hat. Die Diesel-Anzeigen sogar auf den Diskont-Tankstellen liegen am Vormittag mehrheitlich wieder über der 2-Euro-Marke – und das obwohl seit Freitag Preise nur gesenkt werden dürfen.

Die kurze Ruhe am Ölmarkt (Mitte vergangener Woche) ist Geschichte. Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ziehen die Preise für Rohöl wieder kräftig an. Das Resultat werden wir alle heute wieder um 12 Uhr zu Mittag sehen. Denn das ist einer der drei Möglichkeiten für die Betreiber, ihre Preise zu erhöhen. Es gehen wohl alle Experten davon aus, dass es auch so sein wird – die Frage ist nur: wie hoch springen dann die Kosten für Super und Diesel.
In der Nacht auf Montag kletterte der Preis für ein Barrel (Fass) der Nordseesorte Brent um bis zu neun Prozent auf fast 104 Dollar. Noch am Samstag, vor Beginn der Gespräche in Islamabad, hatte ein Barrel Brent 95,20 Dollar gekostet.
Auslöser für den neuen Preissprung ist eine angekündigte Maßnahme der USA: Das Militär will auf Anordnung von Präsident Donald Trump ab Montag, 16.00 Uhr (MESZ) Schiffe blockieren, die iranische Häfen ansteuern oder von dort kommen.
Trump verfolgt damit ein klares Ziel: Der Iran soll keine Gebühren mehr von Reedereien kassieren und gleichzeitig von wichtigen Öl-Einnahmen abgeschnitten werden.
Die Meerenge ist für den Iran von zentraler Bedeutung. Das Land zählt zu den größten Ölproduzenten der Welt und ist auf den Export angewiesen.
Die Ölpreise gelten derzeit als wichtigster Gradmesser für die Sorgen rund um Inflation und Wirtschaft. Schon seit Beginn des Kriegs waren die Preise stark gestiegen. Erst vergangene Woche sorgte eine zweiwöchige Waffenruhe kurzzeitig für Entspannung. Der Rohöl-Preis fiel dabei auf knapp 90 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte März.