Preiserhöhungen drohen

Erste Staus vor Tankstellen – "Sie füllen Kanister an"

Leere Zapfsäulen in Wien sorgten für Unruhe – auch im Innviertel fragen sich viele Autofahrer, ob bald der Sprit ausgeht.
Peter Reidinger
12.04.2026, 17:41
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Viele Autofahrer im Innviertel und in Niederbayern sind derzeit nervös. Der Grund: In Wien kam es zuletzt zu ersten Ausfällen bei kleineren Tankstellen. Ein Betreiber schlug sogar Alarm: "Ich werde nicht mehr beliefert." Und weiter: "Eventuell werden bald die ersten kleinen Betriebe zusperren müssen, weil sie keinen frischen Treibstoff mehr bekommen."

Zusätzlich gießt ein Top-Ökonom jetzt noch Öl ins Feuer. WIFO-Chef Gabriel Felbermayr warnte am Sonntag im ORF eindringlich: "Am Montag werden wir wieder eine Tendenz nach oben sehen – daher besser heute noch tanken." Hintergrund sind die neuen Spannungen rund um den Iran-Krieg. Der Abbruch der Verhandlungen sei "keine gute Nachricht".

Herbert Zauner von der Tankstelle Zauner freut sich über den regen Tanktourismus.
Franz Gruber

Doch wie schaut es konkret in Schärding aus? "Heute" hat bei Tankstellen nachgefragt. Michael Hell von der OMV in Schärding ist einer der jüngsten Tankstellenbetreiber Österreichs. Er sieht das Thema eher gelassen: "Ich bin der Meinung, dass es bei Markentankstellen wie OMV, BP und Shell zu keinen Spritausfällen an den Tankstellen kommen wird. Auch nicht bei uns in Schärding."

Anders könne die Lage aber bei Diskontern sein: "Anders könnte es bei freien Tankstellenbetreibern oder Diskontern sein." Gleichzeitig hofft er auf Entspannung: "Zudem hoffe ich, dass ein baldiges Ende des Krieges bevorsteht und sich die Situation dann wieder entspannt. Wichtig ist jetzt, dass endlich mal Frieden herrscht!"

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Basierend auf Daten von e-control, ohne Gewähr für die Richtigkeit.

Auch Tankstellenbetreiber Herbert Zauner sieht aktuell keinen Grund zur Panik - erklärt aber die Hintergründe der Wiener Engpässe: "Die Ausfälle in Wien vom Osterwochenende haben mehrere Gründe: Es war verkehrsreich, darum tanken natürlich auch mehr Leute." Dazu kam der Feiertag: "Am Ostermontag war ein Feiertag, wo keine Tankwägen zum Nachfüllen der Tankstellen fahren dürfen."

Ein weiterer Faktor: die Berichterstattung selbst. "In den Medien wurde kurz vor dem Wochenende eine mögliche Treibstoffknappheit diskutiert, das führte kurzfristig wiederum zu einem höheren Verbrauch." Sein Fazit: "Wenn dann der Treibstofftank an der jeweiligen Tankstelle nicht allzu groß ist, kann dieser dann auch mal leer werden. Derzeit ist noch Ware verfügbar."

Bayern stürmen Innviertler Tankstellen

Auffällig: Immer mehr Deutsche kommen zum Tanken über die Grenze. "Die Preisunterschiede liegen aktuell 40-50 Cent unter dem deutschen Niveau", so Zauner. Und weiter: "Je höher der Preisunterschied ist, desto höher auch die Bereitschaft der deutschen Kunden mitgebrachte Kanister zu füllen."

Felbermayr sieht die Entwicklung insgesamt kritisch und spricht bereits von einer "neuen, unangenehmen Normalität". Die Wirtschaft sei deutlich volatiler geworden: "Die Dinge sind anders als vor 2015."

{title && {title} } rep, {title && {title} } 12.04.2026, 17:41
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