Eigentlich sollte mit dem Donnerstag Entlastung kommen: Die neue Spritpreisbremse der Regierung soll die Kosten an den Zapfsäulen um rund zehn Cent pro Liter drücken. Doch statt sinkender Preise ging es zuletzt steil nach oben. Diesel und Benzin verteuerten sich binnen kurzer Zeit deutlich – und ein Ende ist nicht in Sicht.
Branchenvertreter schlagen jetzt Alarm. Die Umsetzung der neuen Regelung sei viel zu kurzfristig erfolgt, kritisiert Energiehändler-Obmann Bernhard Zierhut. Viele Betriebe hätten gar nicht genug Zeit gehabt, sich darauf einzustellen.

Gleichzeitig spitzt sich die Lage am Markt weiter zu. Vor allem bei Diesel könnte es bald eng werden. Europa stehe vor einer Knappheit bei sogenannten Mitteldestillaten – also genau jenen Produkten, die für Verkehr und Luftfahrt entscheidend sind. Erste Probleme könnten laut Experten schon gegen Ende April oder Anfang Mai auftreten.
Das hätte spürbare Folgen: Leere Zapfsäulen sind dann kein unrealistisches Szenario mehr. Betroffen wären nicht nur Transitrouten wie Brenner oder Tauern, sondern auch Ballungsräume wie Wien oder Linz.
Zierhut fordert deshalb rasche Gegenmaßnahmen. Neben einem autofreien Tag bringt er auch ein Tempolimit ins Spiel. Weniger Geschwindigkeit würde den Verbrauch senken und die Situation zumindest etwas entschärfen. "Wer weniger Sprit verbraucht, muss weniger für Treibstoff bezahlen." Mit diesem Satz brachte zuletzt schon Bundeskanzler Christian Stocker (66, VP) die Linie der Regierung auf den Punkt.
Auch bei den Preisen bleibt die Lage angespannt. Prognosen reichen bis zu drei Euro pro Liter Diesel. Andere Experten halten rund 2,50 Euro für wahrscheinlicher – doch sicher ist derzeit wenig. Entscheidend wird sein, wie sich die internationale Lage weiter entwickelt.