Die Preisspirale an den Zapfsäulen dreht sich immer weiter: Diesel unter 2 Euro ist längst Geschichte. Aktuell liegt der Schnitt bei 2,188 Euro pro Liter. Doch jetzt spitzt sich die Lage weiter zu.
Mitten in Wien trifft es nämlich nun die ersten kleinen Tankstellen. Während große Konzerne weiter beliefert werden können, geraten "freie" Betreiber zunehmend unter Druck. "Ich werde nicht mehr beliefert", sagt ein erster Tankstellenbetreiber im Gespräch mit "Heute".

Für ihn ist das erst der Anfang: "Eventuell werden bald die ersten kleinen Betriebe zusperren müssen, weil sie keinen frischen Treibstoff mehr bekommen."
Ein Szenario, vor dem Experten schon länger gewarnt haben. Jetzt wird es Realität.
Konkret betroffen ist eine Tankstelle innerhalb des Gürtels. "Bis 15. April hat mein Großhändler die Lieferung ausgesetzt. Ich hoffe, ich komme mit meinem aktuellen Lagerstand bis dahin durch", so der Betreiber.
Der Grund: Das Geschäft ist den Lieferanten zu riskant geworden. Große Kunden werden weiter versorgt, sie haben langfristige Verträge zu Fixpreisen. Kleine Tankstellen gehen leer aus.
Denn dort wird nachbestellt, wenn man frischen Sprit benötigt. Doch genau das wird jetzt zum Problem, es ist dem Lieferanten zu riskant: Die Preise schwanken extrem, das Kalkulieren ist kaum möglich. Ein Großhändler erklärt: Er könne oft erst Wochen später sagen, welcher Preis überhaupt richtig gewesen wäre.
Für ihn ist dieses Geschäfts-Risiko zu groß. Die Folge: Es gibt zwar Sprit – aber er kommt nicht mehr bei den "Freien" an.
Auch beim ÖAMTC schrillen die Alarmglocken. "Die Befürchtung hat es bereits gegeben, aber nicht abzusehen war, dass es schon jetzt geschieht."
Im "Heute"-Gespräch wird schnell klar, das Problem könnte größer werden: "Das betrifft mehrere freie Tankstellen, die könnten bald leerlaufen!", klagt der Betreiber. Da hilft ihm dann der persönliche Service nicht mehr: Hier wird noch wie früher während des Tankens die Scheibe geputzt und der Reifendruck gemessen – aber nur, solange der Sprit aus dem Zapfhahn fließt.