Spritpreis-Wahnsinn

Bremse startet: Wann du tanken solltest, alle Tipps

Am 2. April um 12 Uhr wird die Spritpreisbremse wirksam. "Heute" erklärt, wie es funktioniert, wo es gilt, wie viel du sparst, worauf du achten musst.
Angela Sellner
01.04.2026, 21:40
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Der Liter Diesel wurde als Folge des Iran-Kriegs seit Anfang März um rund 70 Cent teurer, Super ging um 40 Cent hinauf.

Nur noch dreimal pro Woche (Montag, Mittwoch, Freitag) um 12 Uhr dürfen die Tankstellen seit 16. März die Preise erhöhen – und machten davon fleißig Gebrauch. Noch am Mittwoch zeigte ein "Heute"-Lokalaugenschein, dass der Liter Diesel zu Mittag um drei Cent teurer wurde, bei Super waren es sogar sechs Cent.

Jetzt greift die Regierung ein, will Autofahrer um 10 Cent je Liter entlasten. Diese Spritpreisbremse wird am 2. April um 12 Uhr wirksam. "Heute" hat alle Tipps, wie du jetzt davon profitieren kannst – und worauf du beim Tanken achten musst.

Günstigster Tank-Zeitpunkt

Während es sonst besser ist, vor 12 Uhr zu tanken (jedenfalls an den Erhöhungs-Tagen Montag, Mittwoch, Freitag), gilt am 2. April das Gegenteil. An diesem Donnerstag müssen die Tankstellen um 12 Uhr die Preise um 10 Cent senken. Also wirst du am 2. April um kurz nach 12 weniger pro Liter zahlen als um kurz vor 12 Uhr.

Preiserhöhungen sind danach erst wieder am Freitag (3. April) um 12 Uhr erlaubt. Falls du für einen Oster-Trip volltanken willst, solltest du das also zwischen 12:01 Uhr am 2. April und 11:59 Uhr am 3. April tun.

Senkung um 10 Cent

Die Polit-Preisbremse von zehn Cent je Liter Diesel und Benzin besteht aus zwei Maßnahmen. Der Finanzminister senkt die Mineralölsteuer (MöSt) um 5 Cent pro Liter. Der Wirtschaftsminister greift im Ausmaß von ebenfalls 5 Cent in die Gewinnmargen der Spritkonzerne ein. Beides wird gleichzeitig wirksam.

So viel sparst du dir

Eine Senkung um 10 Cent angesichts der immensen Preissteigerungen der letzten Wochen sei "letztlich kein großer Wurf", kritisiert unter anderem der ÖAMTC. Jedenfalls: Bei einem 50-Liter-Tank sparst du dir durch die Spritpreisbremse fünf Euro.

Nicht gleich an allen Tankstellen

Die Vergünstigung um 10 Cent kommt allerdings nicht überall gleichzeitig an. Sofort wirksam wird die Preisbremse nur bei den Ketten der Ölmultis (etwa OMV, BP, Shell), die auch eigene Raffinerien haben. Bei freien Tankstellen kann es zu Verzögerungen kommen. Denn diese  dürfen erst ihre Lagerbestände zu alten Preisen abgeben und müssen erst danach – wenn sie selbst im Großhandel den vergünstigten Sprit eingekauft haben – um 10 Cent reduzieren.

Spritpreise im Vergleich
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Basierend auf Daten von e-control, ohne Gewähr für die Richtigkeit.

Ausnahmen

Kleinere Tankstellenbetreiber, die nicht mehr als 30 Standorte haben, sind von der Regelung komplett ausgenommen. Die Preisbremse gilt ebenfalls nicht an Autobahntankstellen – damit will man verhindern, dass der Transitverkehr sich am vergünstigten Sprit "bedient".

So funktioniert Gewinn-Begrenzung

Während die MöSt-Senkung um 5 Cent je Liter einfach ist, funktioniert die Margenbegrenzung komplizierter. Ausgangspunkt ist das Verhältnis von Nettopreis an der Zapfsäule zu den Großhandelspreisen. Die Differenz zwischen der Großhandelsnotierung am Vortag und dem Tankstellenpreis muss am 2. April um 5 Cent je Liter gesenkt werden. Das ist die Margenbegrenzung, erklärt die E-Control.

So geht es nach dem 2. April weiter

Steigen in weiterer Folge die Großhandelspreise zum Beispiel um 2 Cent, darf es an der Tankstelle auch um 2 Cent teurer werden. Fallen sie um 2 Cent, muss auch der Preis an der Zapfsäule um 2 Cent gesenkt werden. "So wird eine sich täglich ändernde Preisobergrenze eingeführt. Die Tankstellen und Treibstoffverkäufer müssen ihre Preise unterhalb der Obergrenze halten", erklärt E-Control-Vorstand Michael Strebl das wahrlich nicht einfache System.

Preise bleiben unterschiedlich

Die Preise je nach Tankstelle werden weiter unterschiedlich bleiben, betont die E-Control. Denn: "Jede Tankstelle kann ihre Preise weiterhin frei, aber nur unterhalb der individuellen Preisobergrenze festlegen. Der Wettbewerb zwischen den Tankstellen soll nämlich weiterhin wirken", so Strebl.

Günstigste Tankstelle finden

Es lohnt sich also weiterhin, vor dem Tanken die Spritpreise zu vergleichen und die günstigste Tankstelle in der Umgebung ausfindig zu machen – mit dem Spritpreisrechner auf heute.at.

Wird der Sprit jetzt knapp?

Erste Händler berichten nun allerdings bereits von Engpässen. Könnte Österreich gar der Sprit ausgehen? Dazu war am späten Mittwochabend E-Control-Vorstand Michael Strebl bei ORF-Moderator Armin Wolf in der "ZIB2". Die Versorgung in Österreich sei sicher, so Strebl, man sehe einen Preisanstieg, aber man sei "weit entfernt" von Preisen aus dem Jahr 2022. Die Spritpreisbremse wiederum, die von der E-Control überwacht wird, sei "komplex", man sei aber gut vorbereitet. Die Tausenden Tankstellen wolle man "von den größeren weg hin zu den kleineren" kontrollieren.

Die "genauen Beweggründe", warum Autobahntankstellen von der Preisbremse ausgenommen seien, kannte Strebl übrigens nicht, er mutmaßte aber, dass man damit gegen Tanktourismus vorgehen wolle. Kurzfristig müsse man inflationsdämpfende Maßnahmen bieten, mittel- und langfristig aber "aus dieser fossilen Abhängigkeit herauskommen" und müsse deshalb in erneuerbare Energien investieren, so der E-Control-Chef. Brauche es strengere Tempolimits? Das sei eine politische Frage, aber "Energiesparen ist immer sinnvoll", so Strebl. Und: man könne die Merit-Order "weiterentwickeln, ohne sie grundsätzlich infrage zu stellen".

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 01.04.2026, 22:57, 01.04.2026, 21:40
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