Gut versteckt ab Seite 70 des Transparenzberichts finden sich die Ausgaben des ORF, die nicht direkt im Haus anfallen, sondern trotz großer Mitarbeiterzahl externe Beratung und Werkverträge – sofern diese eine Summe von 50.000 Euro übersteigen – betreffen.
So fielen alleine für die Beraterverträge im ORF selbst exakt 3.950.580,35 Euro an. Einige der spannendsten Posten: Für behördliche Gutachten musste der Küniglberg mehr als 37.000 Euro locker machen. "Beratung und Analyse Politik" kosteten 18.317 Euro, die Beratung und Zertifizierung im Bereich Nachhaltigkeit und Ökologie sogar 151.208,98 Euro.
Die größten Brocken in diesem Budgetbereich betrafen die Punkte Wirtschaftsprüfung/ Steuerberatung mit 853.954,57 Euro sowie Rechtsberatung/ -vertretung und Notariat mit 750.891,92 Euro.
Bei den Beraterverträgen der ORF-Tochterunternehmen stechen etwa die Punkte "Beratung allgemein/ Workshops" mit exakt 253.561,29 Euro oder der Bereich "Gutachten Bau" mit insgesamt rund 190.000 Euro ins Auge.
Für Kommunikationsberatung flossen rund 140.000 Euro. Spannend sind auch die knappe halbe Millionen Euro für Personaldienstleistung und Recruiting sowie die 543.771,84 Euro für Rechtsberatung. Gesamt gaben die ORF-Töchter mit 3.373.687,32 Euro fast so viel aus wie die Unternehmensmutter.
Der Öffentlich-Rechtliche muss sich aber auch mit Werkverträgen behelfen, wie der Blick in den Bericht zeigt. Demnach kosteten diese im Bereich der Auslandskorrespondenz satte 155.155 Euro, für den Bereich Redaktion waren es weitere 82.222,80 Euro. Für die elektronische Reichweitenmessung im TV-Sektor mussten mehr als vier Millionen Euro aufgewendet werden.
Besonders spannend: Dem ORF reicht die Expertise seiner Redaktion im Bereich Politik offenbar nicht aus. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass für einen – unbefristeten – Werkvertrag "Analyse, Interviews Politikberichterstattung" alleine im vergangenen Jahr 72.730 Euro ausgegeben wurden. Wer sich über dieses Geld freuen darf, ist im Bericht nicht aufgeführt.
Ein weiterer Punkt betrifft die Beschaffungs-Rahmenverträge. Diese schlagen im ORF mit fast 17,8 Millionen Euro zu Buche. Dort finden sich unter anderem Budgetposten von 541.320 für Coaching, fast zehn Millionen für Kamerateams, aber auch 4.483,95 Euro für Gabelhubstapler-Miete. Letzterer Vertrag läuft immerhin bis 30. Juni 2027.
Aufgelistet sind auch jene vier Korrespondentenbüros, für die "technische Leistungen" anfielen. Das waren London, Madrid, Rom und Tel Aviv. Letzteres war das kostenintenivste mit 193.385 Euro.