Die grüne Kinder- und Jugendsprecherin Barbara Neßler nutzt den 1. April für eine ungewöhnliche Aktion: Mit bekannten Songzeilen rechnet sie mit Trump, Putin und dem globalen Rechtsruck ab. Hinter der "witzigen" Verpackung steckt jedoch eine klare Botschaft – die weltpolitische Lage sei ernster denn je.
Neßler veröffentlichte am Mittwoch eine Aussendung, in der sie aktuelle politische Entwicklungen mit Zitaten aus bekannten Songs kommentiert. "Hast du dich heute schon geärgert, war es heute wieder schlimm?", fragt sie – und greift damit auf eine Zeile der Band "Die Ärzte" zurück. Als Anlass sieht die Politikerin einen "fortschreitenden Rechtsruck in der westlichen Welt".
Angesichts hoher Umfragewerte rechter Parteien wirft Neßler die Frage auf: "Wer sagt denn, dass der Gewinner nicht eigentlich verliert?" – eine Anspielung auf den Song "Wer sagt denn das?" von Deichkind. Regierungsbeteiligungen dieser Parteien würden oft nur "überschaubaren Erfolg" bringen.
Für Neßler ist die Situation klar: "Die Lage ist ernst." Mit einer Zeile aus "Willkommen in Deutschland" warnt sie davor, dass Menschen nicht mehr ohne Angst leben können. Gleichzeitig stellt sie klar: "Ich weigere mich, das hinzunehmen – alle stehen nur da. Dabei passieren so viele schlimme Dinge jeden Tag" (Kraftklub – "Songs für Liam").
Deshalb will die Politikerin gegen die "autoritären Machthaber vom Kreml bis ins Weiße Haus" ermutigen. Mit einer Passage aus dem Song "Deine Schuld" von den Ärzten fordert sie: "Glaub keinem, der dir sagt, dass du nichts verändern kannst. Die, die das behaupten, haben nur vor Veränderung Angst.”
Abschließend betont Neßler, wie wichtig es sei, sich der eigenen Stärken bewusst zu werden – und zugleich die Hintergründe rechtsextremen Handelns zu verstehen. "Sie hatten alle noch nie Spaß und darum sind sie voller Hass. Sie wissen gar nicht, wie das geht, wie man liebt und wie man lebt", sagt sie in Anspielung auf das Lied "Spaß" von Jan Delay.
Für sie steht dabei eines fest: "Ihre Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe" – angelehnt an den Ärzte-Song "Schrei nach Liebe".