Ein kleines Geschenk der Freiheitlichen sorgt im burgenländischen Landtag für Aufregung! In der letzten Sitzung hat die FPÖ an alle Abgeordnete blaue Ostereier verteilt. Erst einmal nichts Besonderes, doch ein Grüner sah genauer hin.
Auf Facebook postete Wolfgang Spitzmüller, Klubobmann der burgenländischen Grünen, ein Foto des nunmehrigen Streitobjekts. Zunächst bemängelte Spitzmüller, dass das aus Bodenhaltung stammt. Noch mehr Beachtung schenkte er jedoch der Länderbezeichnung.
Die Eier waren mit dem Herkunftscode "PL" versehen. Demnach stammen die FPÖ-Ostereier aus Polen. Gegenüber der "Kronen Zeitung" kritisiert der Grüne, dass die "Heimatpartei" die "billigsten Eier" aus dem Ausland besorgt hätte.
Dabei gebe es in Österreich keinen Eiermangel und zudem sei Polen nicht einmal ein unmittelbares Nachbarland. "Man sollte schon auf die Herkunft achten. Besonders, wenn man wie die FPÖ stets 'Österreich zuerst' nach dem Vorbild von US-Präsident Donald Trump predigt", so der Grüne gegenüber der "Krone".
In den Reihen der burgenländischen Freiheitlichen möchte man den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen. Laut Klubchef Christian Ries habe man die Eier bei einem heimischen Familienbetrieb bestellt, der aber mit der Bestellmenge überfordert gewesen sei.
Daher seien Eier von einem größeren Betrieb aus dem Bezirk Oberpullendorf nachbestellt worden. Weder die FPÖ noch der Familienbetrieb habe gewusst, dass diese Eier aus Polen stammen würden.
Die Schuld suchen die Blauen nun bei der ehemaligen Bundesregierung aus ÖVP und Grüne. Diese hätte bei der Lebensmittelkennzeichnung versagt. Es sei nicht tragbar, dass man in Österreich einkaufe und ausländische Produkte erhalte – ein Problem, auf das die Freiheitlichen bereits in der Vergangenheit hingewiesen hätten.
Gegenüber der "Krone" meldete sich auch FPÖ-Agrarsprecher und Landesparteisekretär Thomas Karacsony zu Wort. Er betonte, dass es rechtlich zulässig sei, dass einzelne Eier aus dem EU-Ausland stammen. Dies sei auch kein Einzelfall.
Ihm zufolge sei das Problem jedoch, dass die heimischen Bauern massiv unter Preisdruck stehen würden und mit immer mehr Bürokratie sowie Wettbewerbsnachteilen konfrontiert seien.
Daher brauche man sich über solche Fälle auch nicht wundern, urteilte der Blaue. Karacsony ortete ein Systemversagen und betonte, dass jemand, der sich über einen Eiercode aufrege, auch die Ursachen benennen sollte.