Im burgenländischen Andau (Bezirk Neusiedl) beginnt eine neue Ära für die Windkraft: Dort bleiben Windräder nachts künftig dunkel – zumindest solange sich kein Flugobjekt nähert.
Nach einer mehrmonatigen Testphase wurden in der Nacht auf Donnerstag erstmals in Österreich entsprechende Anlagen in Betrieb genommen.
Konkret betrifft das den Windpark Andau im Bezirk Neusiedl am See. Die insgesamt 38 Windräder blinken nicht mehr dauerhaft, sondern schalten ihre Hindernisbeleuchtung nur noch dann ein, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber im Anflug befindet.
Ziel dieser Umstellung ist es, sowohl Anrainer als auch nachtaktive Tiere deutlich zu entlasten und gleichzeitig die Akzeptanz von Windkraftprojekten zu erhöhen.
Möglich wird das durch eine Kombination aus neuer Technologie und rechtlichen Anpassungen im Luftfahrtgesetz. Die Flugsicherungsorganisation Austro Control überwacht dabei kontinuierlich den Luftraum.
Sobald im Umkreis von acht Kilometern und bis zu einer Höhe von rund 600 Metern kein Flugverkehr registriert wird, erhalten die Anlagen ein Signal und die Beleuchtung wird abgeschaltet. Nähert sich hingegen ein Flugobjekt, springen die Lichter sofort wieder an, damit die Windräder als Hindernis klar erkennbar sind.
Für den Energieversorger Burgenland Energie ist das ein bedeutender Schritt. Das Unternehmen plant, dieses System flächendeckend einzuführen. Bis spätestens 2027 sollen alle Windkraftanlagen des Betreibers mit dieser bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ausgestattet sein – und damit nur noch dann leuchten, wenn es wirklich notwendig ist.