Ein lauter Knall, dann fehlt plötzlich ein ganzer Flügel: Im Bürgerwindpark von Berching in der Oberpfalz (Bayern) hat sich ein rund 15 Tonnen schweres Rotorblatt plötzlich von einem Windrad gelöst und über 100 Meter in die Tiefe gestürzt. Nur durch Glück wurde niemand verletzt.
Der Vorfall ereignete sich bei laufendem Betrieb der Anlage. Das Windrad ist über 140 Meter hoch, ein Rotorblatt misst fast 60 Meter. Warum sich das Bauteil löste, ist noch unklar.
Laut Betreiber, der Windpower-Gesellschaft aus Regensburg, ist es der erste derartige Vorfall in der 30-jährigen Geschichte des Unternehmens. Die betroffene Anlage wurde 2012 errichtet und erst im November zuletzt gewartet.
Die Windkraftanlage wurde sofort außer Betrieb genommen. Jetzt wird untersucht, ob ein technischer Defekt oder Materialermüdung dahintersteckt.
Solche Zwischenfälle sind selten, sorgen aber immer wieder für Diskussionen. In Deutschland sind rund 30.000 Windräder in Betrieb, pro Jahr werden laut TÜV etwa 50 größere Schäden registriert.
"Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Rotorblatt abbricht oder sich ein anderer schwerer Schaden ereignet, liegt also bei weniger als 2 Promille (0,2 Prozent)", heißt es auf einer Informationsseite des Wirtschaftsministeriums in München zur Sicherheit bei Windkraftanlagen.
Für Anrainer bleibt dennoch ein mulmiges Gefühl: Immerhin können einzelne Bauteile mehrere Tonnen wiegen und enorme Kräfte entwickeln, wenn etwas schiefgeht.