Die Debatte rund um eine Altersbeschränkung für Social Media nimmt wieder Fahrt auf. Die Grünen gehen diesbezüglich erneut in die Offensive. Jugendsprecherin Barbara Neßler fordert gegenüber "Heute" die Umsetzung eines Mindestalters.
"Wir wissen, dass sich junge Menschen über Social Media sehr schnell radikalisieren können. Gerade verunsicherte Jugendliche, insbesondere sehr junge Männer, werden gezielt angesprochen und rutschen oft unbemerkt in eine gefährliche Abwärtsspirale", sagt die Politikerin.
Hassprediger und selbst ernannte "Alpha Males"würden diese Unsicherheit ausnutzen und "einfache Antworten" so wie ein verzerrtes und oft frauenfeindliches Bild von Männlichkeit liefern, so Neßler. Die Grünen hätten bereits vor einem Jahr entsprechende Anträge eingebracht, ruft die Grüne in Erinnerung.
Süleyman Zorba, grüner Sprecher für Digitalisierung und Netzpolitik vermisst allerdings eine technische Lösung, "die Datenschutz und Altersprüfung zuverlässig verbindet". Die ÖVP träume seit Jahren von einer Klarnamenpflicht – doch das sei für den Schutz von Kindern "keine gute Lösung". Diese führe nur dazu, dass viele aus Angst verstummen würden.
Damit das Social-Media-Schutzalter nicht zum Überwachungsinstrument wird, brauche es eine "datenschutzfreundliche, technisch saubere Lösung". EU-weit gebe es dafür bereits funktionierende Modelle, etwa über App-Stores, ohne Klarnamenpflicht, wo solche Funktionen heute bereits existieren und verwendet werden.
Die Grünen warnen allerdings, dass ein Mindestalter allein nicht reichen werde. Man müsse die Medienkompetenz in der breiten Bevölkerung stärken.
Aus Regierungskreisen war zuletzt zu vernehmen, dass sich die Koalition in dieser Frage grundsätzlich einig sei. Fraglich ist, wann eine entsprechende Lösung präsentiert wird.