Nach dem Blitz-Rücktritt von Roland Weißmann – in einer Aussendung des ORF war von "sexueller Belästigung" die Rede, wogegen sich Weißmann nun rechtlich wehrt – übernahm Radiodirektorin Ingrid Thurnher vorübergehend die Leitung des ORF. Die aktuelle Funktionsperiode des Generaldirektors geht aber noch bis Jahresende – und muss ordnungsgemäß besetzt werden.
Der ORF hat nun deshalb den Posten als Generaldirektor im Digitalen Amtsblatt Österreichs neu ausgeschrieben. Bewerber haben bis 17. April Zeit, sich unter der E-Mail [email protected] zu melden. Am 23. April folgt dann die Bestellung in der Sitzung des Stiftungsrats.
Das geforderte Bewerbungsschreiben hat es in sich. Einleitend müssen Bewerber konkrete Gründe angeben, warum sie für die Rolle geeignet sind. Außerdem muss ein komplettes Konzept für den ORF als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen in den nächsten fünf Jahren erarbeitet werden.
Damit nicht genug: Es folgt eine ganze Reihe an Punkten von a) bis g), zu denen ein aussagekräftiges schriftliches Statement verbunden mit entsprechenden Nachweisen bzw. Referenzen abzugeben ist. Hinzu kommen natürlich der Lebenslauf und eine Strafregisterbescheinigung. Bewerbungen von Frauen sind "besonders erwünscht".
Vielversprechende Bewerber werden zu einem Hearing eingeladen. Dort werden sie vom Stiftungsrat zu ihren subjektiven Einstellungen befragt. Wichtig ist hier klarerweise eine starke Überzeugung für ein öffentlich-rechtliches Medienunternehmen und die Identifikation mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag sowie den Programmgrundsätzen des ORF.
Bewerber werden nur dann zur Bestellung zugelassen, wenn sie von einem Mitglied des Stiftungsrats zum Hearing, das am Tag der Bestellungssitzung stattfindet, nominiert und zur Bestellung vorgeschlagen werden.