Im Iran-Krieg und der Blockade der Straße von Hormus geht es nur um Rohöl? Mitnichten!
"Teurere Energieträger stehen generell in Verbindung mit Preisanstiegen von Agrargütern", erklärt Wifo-Agrarökonom Franz Sinabell gegenüber der APA. Wird Rohöl teurer, steigt auch der Gaspreis, aus Getreide werde auch Treibstoff hergestellt, für die Erzeugung von Agrargütern benötige man wiederum Energie wie Diesel – alles hängt also zusammen.
"Nach bisherigen Erfahrungen dauert das nicht lange", bis sich die Turbulenzen auf den Lebensmittelmarkt auswirken, so Sinabell. Treffen werde das dann insbesondere Grundnahrungsmittel wie Brot, Öl, Mehl, Butter und Milchprodukten.
Hinzu kommen noch die höheren Transportkosten für die Lebensmittellieferungen. "Transport braucht Energie, aber auch Mahlen und Tiefkühlen braucht Energie." Letztlich wird auch Stickstoffdünger teurer und knapper. Dieser wird maßgeblich auf Basis von Erdgas hergestellt, die Weltproduktion konzentriert sich auf den Nahen Osten.
Ob es dadurch zu einem Preis-Schock wie nach dem Ukraine-Krieg kommt, sei laut dem Experten noch unklar. Er gehe aber davon aus, "dass das durch alle Produktkategorien durchgeht". Immerhin wurden in der Vergangenheit viele Lehren gezogen. Er sei deswegen zuversichtlich, "dass das nun ein Ruckler ist, wir aber nicht im Chaos enden".