Der jüngste Preisvergleich der EU-Kommission (Weekly Oil Bulletin) zeigt: Aktuell gibt es quer durch Europa massive Preisunterschiede bei Sprit. Die Daten werden zwar nur einmal wöchentlich am Montag erhoben und donnerstags veröffentlicht. Dennoch zeigen sie einen klaren Trend, wo man jetzt günstiger als daheim tanken könnte. Allein: In manchen Ländern muss man mittlerweile als Ausländer mehr hinblättern als Einheimische. Alle Details.
Konkret zeigt der Bericht: In Deutschland zahlte man zu Wochenstart für Super 2,085 Euro, für Diesel sogar 2,146 Euro – also klar mehr als in Österreich. Da waren am Stichtag 16. März 1,743 Euro (Super) bzw. 1,954 Euro (Diesel) zu berappen. In Italien lagen die Preise zuletzt bei 1,819 € (Super) und 2,033 Euro (Diesel), also ebenfalls über dem österreichischen Niveau.
Besonders günstig war Tanken laut EU-Analyse diese Woche in mehreren östlichen und südlichen Nachbarländern. In Tschechien kostete Super 1,561 Euro und Diesel 1,741 Euro je Liter. In der Slowakei waren es 1,524 Euro für Super und 1,528 Euro für Diesel. Besonders günstig war Slowenien mit 1,443 Euro (Super) und 1,484 Euro (Diesel). Auch Ungarn lag mit 1,537 Euro (Super) und 1,638 Euro (Diesel) unter den Österreich-Preisen.
Allein: Die Werte für Italien sind mittlerweile überholt, da die Regierung in Rom mit Donnerstag die Spritsteuern per Dekret gesenkt hat. Dadurch sollen die Preise vorübergehend um rund 25 Cent pro Liter fallen. Die Maßnahme gilt vorerst bis 8. April.
Auch Ungarn hat zuletzt die Preise bei 1,51 Euro (Super) bzw. 1,59 Euro (Diesel) gedeckelt. Allerdings dürfen nur Autos mit inländischen Kennzeichen günstig betankt werden. Ausländer mit ausländischen Kennzeichen zahlen hingegen mehr als Einheimische.
Die Slowakei zieht wegen Hamsterkäufen und Tanktourismus ebenfalls die Notbremse. Die Abgabemenge pro Fahrzeug wird begrenzt, und Ausländer zahlen mehr. Der Tarif errechnet sich aus dem Durchschnitt der in Österreich, Tschechien und Polen geltenden Preise.
Kroatien hat ebenfalls Maßnahmen gesetzt und die Preise bei 1,50 Euro (Super) bzw. 1,55 Euro (Diesel) gedeckelt. Die Maximalpreise gelten vorerst bis 23. März.
Auch beim Heizöl gibt es erhebliche Unterschiede. In Österreich lag der Durchschnittspreis zum Zeitpunkt der Erfassung bei 162 Euro pro 100 Liter. Besonders teuer war Heizöl in Dänemark mit 222 Euro, gefolgt von Finnland (195 Euro), Portugal (188 Euro), Frankreich (166 Euro) und Ungarn (163 Euro). Am günstigsten waren Bulgarien mit 62 Euro pro 100 Liter, die Slowakei (68 Euro), Polen (147 Euro), Rumänien (111 Euro) und Kroatien (116 Euro).