Nachbarn deckeln Spritpreise

Tank-Flucht! "Von 10 Autos sind 9 aus Österreich"

Während Sprit in Österreich zuletzt stark teurer wurde, greifen Slowenien und Kroatien jetzt politisch ein. Autofahrer profitieren.
Newsdesk Heute
11.03.2026, 08:05
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Turbulente Zeiten an der Zapfsäule: Während die Spritpreise in Österreich zuletzt kräftig gestiegen sind, greifen gleich mehrere Nachbarländer in den Markt ein. Besonders auffällig ist die Situation an der slowenischen Grenze.

An einer Tankstelle in Gornja Radgona, nur zwei Kilometer von Österreich entfernt, dominieren derzeit Autos mit rot-weiß-rotem Kennzeichen. "Von zehn Autos sind neun aus Österreich", schilderte eine Mitarbeiterin die Lage gegenüber der "Kleinen Zeitung".

Slowenien

Der Grund: In Österreich hat sich wegen des US-israelischen Angriffskrieg auf den Iran Treibstoff zuletzt massiv verteuert. Zeitweise kostete der "rot-weiß-rote" Liter Diesel rund 60 Cent mehr als im Nachbarland. In Slowenien werden die Preise jedoch nur alle zwei Wochen angepasst – deshalb blieb der Anstieg zunächst aus.

Mit Spannung wurde daher am Dienstag die neue Festlegung der Obergrenze erwartet – und überraschend blieb ein großer Preissprung aus. Ein Liter Benzin kostet nun bis 23. März 1,466 Euro, Diesel liegt bei 1,528 Euro. Damit steigen die Preise zwar leicht – um drei bzw. sechs Cent -, bleiben aber weiterhin deutlich unter dem Niveau in Österreich.

Möglich macht das laut ÖAMTC-Experte Dominik Graf eine Anpassung der Mineralölsteuer: "In diesem Fall haben sie die Steuer gesenkt – was wiederum garantiert, dass die Preise an der Tankstelle nicht so stark erhöht werden."

Die Autofahrer freut's, viele sehen darin aber ein politisches Manöver der Regierung. Am 22. März wird in Slowenien ein neues Parlament gewählt.

Kroatien

Auch Kroatien greift ein. Dort gilt ab sofort wieder die altbekannte Preisobergrenze: Diesel darf maximal 1,55 Euro kosten, Benzin höchstens 1,50 Euro pro Liter. Die Regierung legt dabei ebenfalls für zwei Wochen einen Höchstpreis fest, der sich aus internationalem Ölpreis, Steuern und einer fix begrenzten Händlermarge zusammensetzt. Das verringert den Druck auf kleinere Tankstellenbetreiber.

Ungarn

Besonders drastisch geht Viktor Orbán in Ungarn vor. Dort sind die Preise ebenfalls gedeckelt – allerdings nur für Fahrzeuge mit ungarischem Kennzeichen. Benzin kostet maximal 595 Forint (1,51 Euro), Diesel höchstens 615 Forint pro Liter. "Ungarn wartet wohl wieder, bis es verklagt wird", sagt Dominik Graf mit Blick auf europarechtliche Bedenken. Orbán spiele offenbar auf Zeit.

Es ist eine Holzhammer-Methode, die besonders kleine Unternehmen unter Druck setzt. "In Slowenien und Kroatien verdienen die Tankstellen durch die Margenbegrenzung gleich viel. In Ungarn wird aber nur ein Endpreis festgesetzt, den Rest bestimmen die Händler im Hintergrund", so der ÖAMTC-Experte. Das hat schon früher dafür gesorgt, dass einige Tankstellen gar nicht erst aufsperrten, weil die Einkaufspreise teils über den festgesetzten Verkaufspreisen lagen.

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