"Ich spare 27 Cent pro Liter!"

Deutsche stürmen jetzt Tankstellen in Österreich

Wegen hoher Spritpreise in Deutschland fahren viele Bayern zum Tanken nach Salzburg. An Grenztankstellen bilden sich bereits wieder längere Schlangen.
André Wilding
13.03.2026, 09:30
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An den Tankstellen im Salzburger Grenzgebiet spielt sich derzeit ein bekanntes Bild ab: Autos mit deutschem Kennzeichen stehen Schlange, um günstiger zu tanken. Der Grund sind deutlich höhere Spritpreise in Deutschland seit Beginn des Iran-Kriegs.

Vor allem an kleinen Tankstellen nahe der Grenze wird der Unterschied spürbar. In Großgmain etwa reiht sich laut "Kronen Zeitung" ein deutsches Auto an das Nächste. Viele Einheimische meiden die Station inzwischen, weil man dort oft warten muss.

Mehrere Kanister

Carlos aus Prien am Chiemsee nutzt die Gelegenheit gleich aus. Der Baumpfleger arbeitet derzeit auf einer Baustelle in Bayerisch Gmain und fährt deshalb schnell über die Grenze zum Tanken. "Ich spare 27 Cent pro Liter!", sagt er gegenüber der "Krone". Nachdem er seinen Transporter vollgetankt hat, füllt er auch mehrere Kanister. "Die brauchen wir für die Maschinen, zum Beispiel für den Bagger."

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch am Walserberg. Dort müssen Autofahrer ebenfalls warten, bis sie an die Zapfsäule kommen, berichtet die Tageszeitung. Der Preisunterschied ist deutlich: In Freilassing kostete der Liter Super-Benzin am Donnerstag 2,02 Euro, Diesel sogar 2,13 Euro. Am Walserberg lag der Preis gleichzeitig bei 1,72 Euro für Super und 1,94 Euro für Diesel.

Höhere Steuerbelastung

Der Unterschied liegt laut dem deutschen Automobilclub ADAC vor allem an der höheren Steuerbelastung in Deutschland. Beim Benzin machen Steuern rund 64 Prozent des Preises aus, beim Diesel etwa 56 Prozent.

Viele Deutsche haben sich deshalb längst angewöhnt, jenseits der Grenze zu tanken. Michele aus Schönau am Königssee macht das regelmäßig. Auch Franz aus Anger fährt dafür extra zum Walserberg. "Ich glaube, ich spare 20 Cent pro Liter", sagt er der "Krone".

Nicht nur Bayern profitieren vom günstigeren Sprit. In Unken tankt auch der Niederländer Jos vor seiner Heimreise noch einmal Diesel. Danach müsse er in Deutschland deutlich mehr bezahlen.

Strenge Tank-Regel

An manchen Grenztankstellen führt der Andrang bereits zu Staus. Während Österreich die Spritpreise seit einiger Zeit stärker reguliert, will Deutschland nun ein ähnliches Modell übernehmen. Dort sollen Tankstellen ihre Preise künftig nur noch einmal pro Tag erhöhen dürfen, heißt es in dem Bericht weiter.

In Österreich gilt inzwischen sogar eine strengere Regel: Preissteigerungen sind nur noch an höchstens drei Tagen pro Woche erlaubt. Für viele deutsche Autofahrer bleibt der Weg über die Grenze daher weiterhin attraktiv.

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