Die Grenzstadt Schärding in Oberösterreich erlebt derzeit einen regelrechten Ansturm deutscher Autofahrer. An den dortigen Tankstellen kostet der Liter Benzin rund 1,61 Euro - etwa 40 Cent weniger als im nahegelegenen Passau auf der deutschen Seite.
Der Grund für den massiven Preisunterschied: Infolge des Krieges im Nahen Osten sind die Spritpreise in Deutschland in die Höhe geschossen. Autofahrer jenseits der Grenze suchen deshalb nach günstigeren Alternativen - und werden in Österreich fündig.
Wie chip.de berichtet, sorgt der Tanktourismus bei den Mitarbeitern an den Zapfsäulen für erheblichen Frust. Obwohl die Preise auch hierzulande gestiegen sind, müssen sie sich den Ärger der Kunden anhören.
"Ich muss mich am Tag zehn Mal entschuldigen und erklären, dass ich die Preise nicht mache - das kommt von der Zentrale", erzählt eine Tankstellenmitarbeiterin. Der Frust sitzt bei vielen Kunden tief - obwohl das Personal vor Ort keinen Einfluss auf die Preisgestaltung hat.
Der deutsche Zoll hat inzwischen reagiert und führt verstärkt Kontrollen an den Grenzübergängen durch. Erlaubt ist neben der vollen Tankfüllung im Fahrzeug nur ein Reservekanister mit maximal 20 Litern Kraftstoff. Wer mehr mitnimmt, riskiert Geldstrafen oder sogar ein Strafverfahren.
Auch in Österreich selbst sind die Preise kräftig angezogen. In Wien mussten Autofahrer am vergangenen Sonntag für einen Liter Diesel mehr als zwei Euro zahlen. Die Spritpreise sind im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent gestiegen. ÖGB und Arbeiterkammer fordern die Regierung auf, mögliche Eingriffe in die Preisgestaltung der Mineralölbranche zu prüfen.