Schwere Vorwürfe

Nach Weißmann-Rücktritt: ORF richtet Taskforce ein

Nach dem Rücktritt von ORF-Chef Roland Weißmann wird die Causa nun aufgearbeitet. Der Stiftungsrat kündigt eine Taskforce zu sexuellen Übergriffen an.
Newsdesk Heute
10.03.2026, 09:43
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der ORF steht plötzlich ohne Generaldirektor da: Roland Weißmann hat nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung seinen Rücktritt erklärt. Damit endet seine Amtszeit nach vier Jahren vorzeitig.

Am Donnerstag tritt – wie bereits vorgesehen – der Stiftungsrat zusammen. Die Wahl eines neuen Generaldirektors soll laut aktuellem Zeitplan dennoch stattfinden. Der künftige ORF-Chef soll dann mit Jänner 2027 die Führung übernehmen.

Bis dahin übernimmt eine bekannte ORF-Figur vorübergehend die Geschäfte: Ingrid Thurnher 
Die frühere "ZiB 2"-Moderatorin ist derzeit Radiodirektorin und soll nun interimistisch die Aufgaben des Generaldirektors führen.

Der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Georg Schütze betont im Ö1-Journal, dass jetzt vor allem Aufklärung notwendig sei: "Uns ist Transparenz und Aufklärung wichtig. Nun ist es Zeit, die Gremien zu befassen. Seit gestern sind wir sehr intensiv mit der ORF-Compliance-Stelle im Austausch, die federführend diese Causa aufarbeiten wird."

Weißmann bestreitet Vorwürfe

Der ORF bestätigte am Montag, dass der Rücktritt mit Vorwürfen einer Mitarbeiterin zusammenhängt. Sie wirft Weißmann sexuelle Belästigung zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2022 vor. Weißmann bestreitet die Vorwürfe.

Nach "Heute"-Informationen soll es in der Causa ein heimlich mitgeschnittenes Tonband geben. Die Aufnahme soll im privaten Umfeld entstanden sein und dem Stiftungsrat zugespielt worden sein – nur wenige Monate vor der Wahl des neuen Generaldirektors.

Generaldirektor-Wahl am 11. August

Trotz der aktuellen Turbulenzen soll die Nachfolge geregelt werden. Laut Schütze wird die Ausschreibung für die Position mit Anfang Mai früher stattfinden als üblich. Voraussichtlich am 11. August soll dann der neue Generaldirektor gewählt werden.

Der ORF brauche an der Spitze eine Persönlichkeit mit besonderer Verantwortung.
"Entscheidend ist, dass der ORF mit einer Spitze geführt wird, auf die man sich vertrauen und verlassen kann. Die Position des Generaldirektors ist eine besondere, weil es auch eine Vorbildfunktion, an die ein größtmöglicher Maßstab zu setzen gilt und insofern freue ich mich auf viele gute Bewerbungen", so Schütze

Erstmals Frau an der Spitze?

Ob künftig erstmals eine Frau den ORF führen könnte, ließ Schütze offen – begrüßen würde er es jedenfalls: "Je mehr man Frauen fördert, desto besser, und ich hoffe, dass sich viele um die Position bewerben werden."

Auch Ingrid Thurnher könnte theoretisch eine Rolle spielen. Aktuell steht aber nur ihre Übergangsfunktion fest.

Taskforce eingerichtet

Parallel dazu arbeitet der ORF an einer eigenen Taskforce zu sexuellen Übergriffen. "Der Gedanke entstammt der Linie, dass wir beim ORF bei solchen Fällen den größtmöglichen Anspruch und die größtmögliche Integrität sicherstellen müssen", so Schütze.

Welche konkreten Vorwürfe die Taskforce untersuchen soll und wie sie besetzt wird, wird derzeit noch ausgearbeitet.

Für Roland Weißmann gilt die Unschuldsvermutung.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.03.2026, 09:43
Jetzt E-Paper lesen