Krieg trifft Energie

Öl- und Gas-Hammer: Das tut uns jetzt so richtig weh

Auch wenn Trump öffentlich sagt, der Krieg ist bald zu Ende, die Auswirkungen weltweit sind enorm – wir spüren sie alle.
Österreich Heute
10.03.2026, 09:12
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Die Eskalation im Iran-Krieg trifft uns hart. Angriffe auf wichtige Raffinerien, Öllager wirken sich  deutlich bei uns in Österreich aus. Die Preise an den Zapfsäulen schießen in die Höhe, Diesel um mehr als 2 Euro pro Liter ist keine Seltenheit mehr.

Energieexperte Johannes Benigni von der Wiener Beratungsfirma JBC Vienna warnt gegenüber der APA vor weiter steigenden Preisen. "Je länger die Energieversorgung nachhaltig geschädigt ist, desto länger werden die Preise gestützt sein", sagte er.

Besonders problematisch: Immer mehr Anlagen fallen aus. Laut Benigni werden derzeit "Hunderte Produktionsfelder im Persischen Golf - eines nach dem anderen" stillgelegt. Selbst wenn der Krieg rasch endet, dauert es Wochen oder Monate, bis solche Felder wieder laufen.

Die Straße von Hormuz ist weitgehend geschlossen. Durch diese wichtige Meerenge transportieren normalerweise zahlreiche Tanker Öl und Gas. Der Experte nennt das die "erste Eskalationsstufe" des Konflikts.

Für Österreich hat das vor allem indirekte Folgen. Zwar lässt sich das Rohöl, das über diesen Weg nach Europa kam, laut Benigni grundsätzlich ersetzen.  "Das, was aber besonders weh tut momentan, ist der Verlust der raffinierten Produkte, die aus dem Nahen Osten gekommen sind", so Benigni zur APA. Vor allem Diesel und Flugtreibstoff fehlen nun am Markt. Große Raffinerien in der Region hätten bisher unter anderem Flughäfen wie Heathrow oder Amsterdam mit Kerosin versorgt.

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Auch beim Gas drohen neue Probleme. Rund 20 Prozent des weltweiten Flüssiggases kommen aus Katar. "Also das sind schon 100 Milliarden Kubikmeter, die allein da wegfallen", erklärte Benigni. Diese Mengen seien nur schwer zu ersetzen. Sein Fazit: "Das heißt, wir haben keinen guten Ausblick."

Gas-Lager immer leerer

Einige Länder spüren die Folgen bereits. Großbritannien etwa kämpft laut dem Experten schon mit niedrigen Gasreserven. In Österreich seien die Speicher zwar ebenfalls relativ leer, das sei nach dem Winter aber nicht ungewöhnlich.

Die eigentliche Herausforderung komme erst: Die Speicher müssen für den nächsten Winter wieder gefüllt werden. Doch das teure Sommergas schreckt Händler ab. "Damit werden wir höchstwahrscheinlich in die Wintersaison gehen und nicht so viel Gas auf Lager haben, und das wird dann zu Stress führen", warnte Benigni.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 10.03.2026, 09:15, 10.03.2026, 09:12
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