Traditionell zum letztmöglichen Zeitpunkt hat der ORF auf seiner Website den Transparenzbericht für 2025 veröffentlicht. Brisantester Inhalt: die Gagenliste der – großteils aus öffentlichen Geldern finanzierten – Spitzenverdiener ab 170.000 Euro. Denn 2025 gab es hier einige Rochaden und bekannte Aufsteiger.
Direkt fällt auf: Auf Rang 1 liegt nicht mehr das jahrzehntelange Radio-Aushängeschild. Robert Kratky gab im Spätsommer überraschend seinen Abschied bekannt. Insgesamt ist die Zahl wegen altersbedingter Abgänge und Altersteilzeit von 75 auf 65 gesunken.
Wie bereits erwartet ist neuer Spitzenverdiener Hauptabteilungsleiter Pius Strobl, der auch als Projektleiter für den neuen Medienstandort Küniglberg verantwortlich ist. Er kommt auf eine Jahres-Gage von 468.856,32 Euro, macht geteilt durch 14 ein Monatsbrutto von 33.489 Euro.
Dahinter folgt ebenfalls noch wenig überraschend der damalige Generaldirektor Roland Weißmann mit 427.500,04 Euro Jahresgehalt. Auch Platz 3 geht an einen, der den ORF kurz nach Jahreswechsel verlassen hat: Im Streit räumte Sportchef (und Prokurist) Johannes Aigelsreiter seinen Posten, verließ den ORF nach 35 Jahren. 2025 kassierte er in seiner Funktion 339.824,84 Euro. Im Vorjahr waren es noch 224.000 Euro.
Unverändert auf Platz 4 bleibt ORF-III-Geschäftsführer Peter Schöber, der mit 311.964,24 Euro aber knapp 10.000 Euro mehr verdient als 2024. Es folgt ein Trio, das jeweils bei rund 280.000 Jahresgage hält: ORFIII-Co-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz, ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer und die Kaufmännische Direktorin Eva Schindlauer.
Armin Wolf macht als stellvertretender Chefredakteur und "ZiB 2"-Moderator zwei Plätze gut: Sein Gehalt stieg von 266.630 Euro auf 275.391 Euro: Denn nach Andi Knoll ist er der Spitzenverdiener mit den meisten Zuverdiensten, Bühnenauftritten und Buch mit dem Politologen Peter Filzmaier sei Dank.
Die Plätze 9 bis 13 verdienen alle um die 270.000 Euro: ORF-Art-Director Michael Hajek und Martin Biedermann, Radio-Direktorin Ingrid Thurnher (seit März vorübergehend Generaldirektorin), Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz und der Technische Direktor Harald Kräuter.
Mit dem Transparenzbericht will der ORF laut Einleitung zu einer informierten Öffentlichkeit beitragen, aber auch Vertrauen zurückgewinnen. "Der ORF weiß um das Privileg der öffentlichen Finanzierung und geht sorgsam mit den Beiträgen der Bevölkerung um." Verwiesen wird dabei auf den Sparkurs, im Zuge dessen seit 2007 rund 1.000 Vollzeitäquivalente abgebaut wurden.
Im Berichtsjahr wurde der Personalstand weiter gesenkt, die Anzahl der Mitarbeiter in den höchsten Gehaltsklassen wurde deutlich verringert, ebenso die Anzahl der Nebenbeschäftigungen sowie die externen Beratungsleistungen. Die Gehaltsanpassung war unter der Inflation, in den zwei höchsten Verwendungsgruppen gibt es auch 2026 wieder eine Nulllohnrunde.