Seit zwei Jahren muss der ORF im Rahmen eines jährlichen Transparenzberichts eine heikle Information veröffentlichen: Wer verdient wie viel? Ab einem Jahreseinkommen von 170.000 Euro brutto müssen nicht nur der genaue Betrag, sondern auch der Name des Mitarbeiters genannt werden.
Spätestmöglicher Termin für diese Veröffentlichung ist der 31. März. Bislang wurde diese Frist stets komplett ausgereizt. So auch heuer. Erst am Dienstagvormittag sollen die Daten für die Bevölkerung transparent gemacht werden.
Der öffentlich-rechtliche Sender hat sie gestern an Medienminister Andreas Babler (SP) übermittelt –"Heute" kennt sie freilich vorab. 2025 gab es einige Verschiebungen. Standen 2024 noch insgesamt 74 Beschäftigte, die mehr als 170.000 Euro pro Jahr verdienten, darauf, sind es dieses Mal nach Pensionierungen knapp über 60. Aufgrund der Inflationsanpassung von rund 3,5 Prozent überschreiten jedoch auch einige Mitarbeiter neu die 170.000-Euro-Grenze.
Die Bezüge der Gagen-Kaiser blieben hingegen eingefroren. An der Spitze gibt es einen Wechsel. Zuletzt rangierte dort mit 473.000 Euro Ö3-Star Robert Kratky. Er verkündete im August aber überraschend seinen Abschied. Nach dem Abgang hat der ORF einen neuen Gagen-Kaiser: Hauptabteilungsleiter Pius Strobl, der zuletzt wegen seiner Verstrickung in die Causa Weißmann in die Schlagzeilen geraten war. Der "Charity-Chef" des Staatsfunks verdiente 2025 mehr als der Bundespräsident – und kämpft um eine Luxus-Pension, für die der ORF 2,3 Millionen Euro zurückgestellt hat.
Im aktuellen Transparenzbericht, den der öffentlich-rechtliche Sender an Medienminister Andreas Babler abgeliefert hat, rangiert Strobl jetzt auf Platz 1 – mit einem Jahresgehalt von fast 470.000 Euro.
2025 ebenfalls noch gut im Sold: Der als General nun zurückgetretene Roland Weißmann verdiente rund 430.000 Euro. Über der 300.000-Euro-Marke liegen auch noch Hannes Aigelsreiter und ORF-III-Geschäftsführer Peter Schöber. Finanzchefin Eva Schindlauer kam auf 280.000 Euro.
ZiB-2-Staranchor und Vize-Chefredakteur Armin Wolf ist mit 275.000 Euro bestbezahlter Journalist des Hauses. Dahinter im Gehalts-Ranking: die Direktorinnen-Riege Kathrin Zierhut-Kunz, Ingrid Thurnher, Stefanie Groiss-Horowitz und Kollege Harald Kräuter. Sie erhielten jeweils um die 270.000 Euro – ebenfalls eingefroren. Mit rund 265.000 Euro Jahres-Brutto ist Waltraud Langer in Salzburg die Best-Verdienerin unter den Landesdirektoren des ORF.
Bei der Veröffentlichung Ende März des Vorjahres sah die Küniglberg-Welt noch anders aus: Ö3-Aushängeschild Robert Kratky – der freilich dem Sender über Jahrzehnte mehr brachte als kostete – lag auf Platz 1 der Gehalts-Pyramide.
Spannend wird Dienstagvormittag vor allem auch der Blick auf die Nebenbeschäftigungen – also Zusatzeinkommen der Küniglberg-Stars abseits ihrer Top-Gagen ...