Ostern ist neben Weihnachten für Lebensmittelhersteller normalerweise die umsatzstärkste Zeit, doch dieses Jahr ist alles anders: Wegen des Kriegs im Nahen Osten sind die Preise für Energie, Seefracht und Transport massiv gestiegen.
Oskar Wawschniek, Sprecher des Fachverbands der Lebensmittelindustrie, schilderte im Gespräch mit Ö1 die dramatische Situation: "Es gibt Hinweise auf Frachtkostensteigerungen in der Dimension zwischen 30 und 50 Prozent. Wenn man das auf andere Bereiche hochrechnet, wird es zu signifikanten Preissteigerungen kommen." Je länger der Krieg im Nahen Osten dauert, desto weiter würden die Folgen reichen, so Wawschniek.
"Wenn wir keine Entlastungen schaffen, wird das zur massiven Belastung für Betriebe. Es geht um unsere Lebensmittel- und Produktionssicherheit", fügte Josef Braunwieser, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, hinzu. Er forderte die Wiedereinführung der Dieselsteuerbegünstigung für Bauern.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) zeichnete im Ö1-Morgenjournal ein angespanntes Bild der aktuellen Lage. "Wir haben im Ackerbau eine sehr angespannte Situation. "Steigende Preise für Düngemittel und Treibstoff sowie Unsicherheiten rund um die künftige Ausgestaltung der gemeinsamen Agrarpolitik würden die Betriebe stark belasten. Umso wichtiger sei jetzt ein klares politisches Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft.
Die Entwicklung am Energiemarkt treffe letztlich auch die Konsumenten. Hohe Energiepreise würden zu höheren Kosten in der Produktion führen – mit direkten Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise. Totschnig forderte daher Entlastungen für die Landwirtschaft und verwies auf ein angekündigtes Aktionsprogramm der EU-Kommission.
Die Landwirtschaft habe jedenfalls ihren Beitrag zum Sparkurs geleistet, versicherte der VP-Minister. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben gehe jedoch immer weiter auseinander: Während die Lebensmittelpreise zuletzt gesunken seien, hätten sich die Kosten für die Bauern weiter erhöht. Gleichzeitig gebe ein durchschnittlicher Haushalt heute weniger Geld für Lebensmittel aus: "Das geht sich auf Dauer nicht aus", kommentierte Totschnig.
Angesprochen auf die Spritpreisbremse argumentierte Totschnig, der ebenfalls Umweltminister ist, differenziert: In der Landwirtschaft gehe es nicht um klimaschädliche Subventionen, sondern um die Sicherstellung der Produktion. "Ich brauche den Traktor, um Lebensmittel zu erzeugen", so Totschnig sinngemäß.
Gleichzeitig spricht er sich gegen Verbote wie ein generelles Tempo 100 auf Autobahnen aus und setzt stattdessen auf Anreize – etwa den Umstieg auf erneuerbare Energien, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.