Jetzt kommt alles raus

Schulden-Berg – so steht es wirklich um unser Budget

Am Dienstag veröffentlichte die Statistik Austria die Schuldenzahlen der Länder und Gemeinden. "Heute" weiß, wie es um unseren Staatshaushalt steht.
Nicolas Kubrak
31.03.2026, 09:13
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Hochspannung am Dienstag. Die Statistik Austria veröffentlichte am frühen Vormittag die vollständigen Budgetdaten von Ländern und Gemeinden für 2025. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) erfährt damit das gesamtstaatliche Defizit – und ob das angepeilte Ziel von 4,5 Prozent des BIP eingehalten wurde.

Sparpaket in Vorbereitung

Während der Bund zuletzt besser als erwartet abgeschnitten hat – das Defizit fiel um 3,7 Milliarden Euro niedriger aus als prognostiziert –, haben Länder und Gemeinden deutlich höhere Schulden gemacht.

Ob der positive Effekt auf Bundesebene das ausgleichen kann oder das Gesamtdefizit weiter nach oben zieht, ist noch offen. Klar ist aber schon jetzt: Österreich steht weiter unter Druck, die EU-Vorgaben zu erfüllen – und ein neuer Sparkurs ist längst in Vorbereitung.

Die ganze Budget-Wahrheit

Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria und Finanzleiterin Kerstin Gruber, präsentierten bei einer Pressekonferenz die vorläufigen Daten. So betrug im Jahr 2025 das öffentliche Defizit 4,2 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Schuldenquote – das Verhältnis der Staatsschulden zur nominellen Wirtschaftsleistung – stieg von 80 auf 81,5 %.

Die Staatseinnahmen stiegen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 4,5 % bzw. um 11,3 Mrd. Euro auf 261,5 Mrd. Euro. Die Staatsausgaben erhöhten sich um 3,6 % bzw. um 9,8 Mrd. Euro auf 283,0 Mrd. Euro. Daraus resultiert ein gesamtstaatliches Defizit von 21,5 Mrd. Euro, nach 23,0 Mrd. Euro im Jahr 2024.

Staatsausgaben steigen weiter

Die Staatsausgaben stiegen 2025 um 3,6 % bzw. 9,8 Mrd. Euro. In nahezu allen Ausgabenkategorien war der Anstieg niedriger als im Vorjahr. Die niedrigeren Gehalts- und Lohnabschlüsse 2025 spiegelten sich in den Zuwächsen beim Arbeitnehmerentgelt (+4,9 % 2025 bzw. +10,7 % 2024) wider.

Bei den monetären Sozialleistungen (+6,1 %) zeigten sich weiterhin starke Anstiege, großteils bedingt durch die Entwicklungen bei den Pensionen und die Ausgaben im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit. Der Anstieg bei den sozialen Sachleistungen (+6,3 %) war vor allem auf die steigenden Kosten im Gesundheitsbereich zurückzuführen, etwa für ärztliche Dienstleistungen und Medikamente.

Schulden von Ländern und Gemeinden steigen

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrug der öffentliche Schuldenstand 418,1 Mrd. Euro, dies sind 23,0 Mrd. Euro mehr als am Ende des Jahres 2024. Nach der Art der Verschuldung aufgeteilt entfielen Ende 2025 vom Schuldenstand 371,2 Mrd. Euro auf Anleihen, 44,9 Mrd. Euro auf Kredite und 2,0 Mrd. Euro auf Einlagen.

Der größte Anteil des Anstiegs des öffentlichen Schuldenstands entfiel mit 16,9 Mrd. Euro auf den Bundessektor. Der Zuwachs im Bundessektor wurde durch die anderen Teilsektoren um 6,1 Mrd. Euro nochmals deutlich verstärkt, insbesondere durch Schuldenerhöhungen im Landes- und im Gemeindesektor in Höhe von 2,9 Mrd. Euro respektive 3,2 Mrd. Euro. In diesen beiden Teilsektoren wurden durch die Schuldaufnahmen vor allem bei den Kerneinheiten finanzielle Mittel bereitgestellt, um die laufenden Defizite abzudecken.

Den größten Teil der Erhöhung der Schulden des Bundessektors machte ebenfalls die Kerneinheit Bund aus, da auch hier mit den neu aufgenommenen Schulden vor allem die Abdeckung des laufenden Defizits finanziert wurde. Weiters erhöhte sich der Schuldenstand bei einigen außerbudgetären Einheiten, vor allem bei Bahninfrastruktureinheiten.

{title && {title} } nico, {title && {title} } Akt. 31.03.2026, 09:17, 31.03.2026, 09:13
Jetzt E-Paper lesen