Der Missbrauchsvorwurf gegen einen ehemaligen ORF-Star zieht weiter Kreise. Jetzt meldet sich auch der Sender selbst zu Wort und kündigt interne Schritte an.
Zwei Tage nach Bekanntwerden des Falls erklärte der ORF am Montag gegenüber der "Krone", man nehme "alle Hinweise auf mögliches Fehlverhalten ernst". Man wolle zur Aufklärung beitragen, soweit dies im eigenen Einflussbereich liege.
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Geplant sei, interne Stellen einzubinden, Betroffenen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und auch mit Behörden zusammenzuarbeiten, "sollte dies erforderlich sein".
Im Zentrum der Vorwürfe steht eine heute 54-jährige Frau. Julia F. (Anm.: Name wurde von der Redaktion geändert) beschuldigt den damaligen Medienmann, sie Mitte der 1980er-Jahre als 13-Jährige unter einem Vorwand in eine Wohnung gelockt und dort sexuell missbraucht zu haben.
Der mutmaßliche Vorfall liegt mehr als vier Jahrzehnte zurück und ist strafrechtlich verjährt. Auch eine zivilrechtliche Klage auf Schadenersatz blieb erfolglos, da die gesetzlichen Fristen bereits abgelaufen sind.
Dass sie erst jetzt an die Öffentlichkeit geht, begründet die Frau mit der langen Verdrängung und Scham. Über viele Jahre habe sie nicht darüber sprechen können. Heute wolle sie andere Betroffene ermutigen, sich früher Hilfe zu holen und solche Taten nicht zu verschweigen.
Für den ehemaligen ORF-Mitarbeiter gilt die Unschuldsvermutung.