Österreichische Behörden haben sich laut APA im März mit Geldtransporten in die Ukraine befasst – konkrete Ermittlungen gab es jedoch nicht. Laut Staatsanwaltschaft Wien lag kein Anfangsverdacht auf eine Straftat vor.
Auslöser war eine "oberflächliche, vertrauliche Information an das Bundeskriminalamt, dass es zu Transporten von Bargeld von Österreich in die Ukraine kommt", wie ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber der APA erklärte. Diese Information sei an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.
Dort wurde der Sachverhalt geprüft. Ein entsprechender Bericht des Bundeskriminalamts sei laut APA Anfang März eingelangt, bestätigte die Behörde. Mitte März habe sich jedoch gezeigt, dass kein strafrechtlich relevanter Verdacht vorliegt. Konkret sei der Verdacht auf Geldwäsche untersucht worden – ohne Ergebnis. Ein Ermittlungsverfahren wurde daher nicht eingeleitet.
Warum das Bundeskriminalamt überhaupt einen möglichen Zusammenhang mit einem "schwer wiegenden Verbrechen" sah und einen Bericht übermittelte, blieb unklar. In der Branche gelten derartige Transporte jedenfalls als Routine. "Das ist seit Jahren ein völlig normales Geschäft", hatte der ehemalige CEO der ukrainischen Privatbank, Gerhard Bösch, bereits Anfang März erklärt. Auch Vorwürfe aus Ungarn bezeichnete er damals als "lächerlich".
Hintergrund ist eine umstrittene Aktion in Ungarn, bei der Anfang März ein Geldtransport der ukrainischen Oschtschadbank beschlagnahmt wurde. Österreich war daran nicht beteiligt. Im Innenministerium betonte man, dass es "weder im Vorfeld noch nach dem Zugriff auf den Geldtransport Amtshilfe für ungarische Behörden in dieser Causa gegeben habe".
Auch Berichte über mögliche ungarische Spionageaktivitäten in Österreich konnten nicht bestätigt werden. Demnach soll es Hinweise gegeben haben, dass Geheimdienstler seit Jänner 2026 auch auf österreichischem Staatsgebiet aktiv gewesen seien – konkrete Bestätigungen dazu liegen jedoch nicht vor.
Die beschlagnahmten Werte – 40 Millionen Dollar, 35 Millionen Euro und neun Kilogramm Gold – befinden sich weiterhin in Ungarn. Grundlage dafür ist ein Dekret von Premierminister Viktor Orbán, das den Behörden eine 60-tägige Untersuchung ermöglicht, heißt es in der APA.
Kritik an dem Vorgehen kam zuletzt auch von europäischer Seite. EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte laut "Financial Times", dass der Fall das Vertrauen in den Euro als internationale Währung beeinträchtigen könnte.
Das österreichische Außenministerium verfolgt die Entwicklungen nach eigenen Angaben genau, äußerte sich jedoch zurückhaltend zu möglichen politischen Konsequenzen.