In den gerade begonnenen Budgetverhandlungen zwischen Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) und den Fachministerien mischt jetzt ein weiterer Player mit. Am Montag hat sich die Bundes-Sportorganisation "Sport Austria" in einer Aussendung zu Wort gemeldet.
Darin erinnert sie, dass der Sport derzeit ein Sparpaket im Volumen von 30 Millionen Euro stemmen muss. Das entspricht einem Rückgang der staatlichen Fördermittel von rund 13 Prozent. Betroffen davon seien der Spitzen-, Breiten- und Vereinssport gleichermaßen.
Mit dem Start der Budgetverhandlungen für 2027 und 2028 habe damit nicht weniger als "die entscheidende Phase für die Zukunft des organisierten Sports in Österreich begonnen", heißt es in der Aussendung. Im Zentrum stehe die Frage, welchen Stellenwert Bewegung, Gesundheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt künftig einnehmen würden.
"Wir erwarten uns, dass sich das Ergebnis der Budgetgespräche auch in einer entsprechenden Wertschätzung für den organisierten Sport widerspiegelt", richtet "Sport Austria" einen Appell an das zuständige Sportministerium. Konkret gehe es um rund 560.000 Ehrenamtliche in 15.000 Sportvereinen. Diese würden tagtäglich einen "unentgeltlichen, unverzichtbaren Beitrag für das gesellschaftliche Leben in Österreich leisten".
Und man hat auch ein konkretes "Comeback-Paket" ab 2027 geschnürt. Darin gefordert: die Rückkehr zum Ausgangsniveau der besonderen Bundes-Sportförderung in Höhe von 120 Millionen Euro und der allgemeinen Bundes-Sportförderung von 105 Millionen Euro.
Ebenfalls auf der Wunschliste von "Sport Austria" stehen unter anderem eine Zweckwidmung von mindestens 50 Prozent der erhöhten Wettspielabgabe für den Sport und die Umsetzung einer umfassenden Infrastrukturoffensive. Zudem brauche es Maßnahmen zur Entbürokratisierung und Verwaltungsvereinfachung sowie zur Stärkung ehrenamtlicher Strukturen.
Und auch ein sportpolitischer Evergreen hat es einmal mehr auf die Agenda geschafft: die flächendeckende Ausrollung der täglichen Turnstunde. Diese müsse allerdings ohne zusätzliche Belastung des Sportbudgets passieren.
„Zusätzliche Kürzungen würden unserem Sport den Boden unter den Füßen wegziehen.“Hans NiesslPräsident "Sport Austria"
Gleichzeitig warnt die Organisation vor kolportierten zusätzlichen Kürzungen in der Größenordnung von 20 bis 40 Millionen Euro. "Die würden die Situation weiter verschärfen und sorgen naturgemäß für große Unruhe im organisierten Sport", sagt "Sport Austria"-Präsident und Ex-Burgenland-Landeshauptmann Hans Niessl. "Das würde unserem Sport den Boden unter den Füßen wegziehen."
Er erinnert an die Zusage der Sportpolitik, wonach die aktuellen Sparmaßnahmen zeitlich befristet sein sollen. An dieser Zusage wird sich die Politik messen lassen müssen. Jetzt ist es Zeit, die Trendumkehr einzuleiten."
Sollte das nicht passieren und es zu einem weiteren Sparpaket zulasten des Sports kommen, hat Niessl bereits einen Plan B: "Der organisierte Sport würde dagegen entschieden auftreten – getragen von der Stärke von über einer halben Millionen Ehrenamtlicher in rund 15.000 Vereinen und der Unterstützung von rund zwei Millionen Mitgliedern."
Es bleibt abzuwarten, ob sich Finanzminister Marterbauer und sein Parteikollege, Vizekanzler und Sportminister Andreas Babler, von dieser Ankündigung beeindrucken lassen werden …